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bindet sie stets mit logaödischen(oder cyclischen) Elementen. Anaclasis selten, öfters innere Catalexe. Beisp. Phil. 1174 bis 1180.
62.
7. Päonen, deren Character ungestüme Erregtheit, hat Sophocles nicht zur Systembildung verwandt, und nur ganz selten hat er einen päonischen Vers in dochmische Systeme eingestreut. Beisp. El. 1245— 1250.
63.
8. Die logaëdischen Masse in ihrer grossen Man- nigfaltigkeit sind vor allen andern befähigt, die subjectiv wechselnden Stimmungen des Gemüths zu bezeichnen; ins- besondere drücken sie eine weiche, milde Bewegung aus. Dieser Ausdruck entsprach im Ganzen dem milden Character der Sophocleischen Kunst, so dass die Logaöden das Lieblings- mass der Sophocleischen Tragödie wurden und in den Chor- liedern alle andern Metra zurückdrängten.
Eine besonders gebräuchliche Bildung ist dabei das glyconeische Hypermetron(cf.§. 48, 11) aus einer Anzahl (proto-deutero-tritocyclischer) catalectischer und einer schlies- senden procatalectischen Tetrapodie bestehend. Beisp. Phil. 1146 ff.— Doch dient zuweilen auch eine Tetrapodie ĩ dvoν als Schluss, z. B. Oed. Col. 1211 ff.— Ebenfalls sehr häufig namentlich als Anfang oder Schluss einer Strophe sind choriambische Hypermetra. Beisp. Ant. 139. Am gewöhn- lichsten beginnen sie mit einer catalectisch iambischen Dipodie (—— O— O) 2. B. Aias 1199 ff.; zuweilen mit der catalec- tisch deuterocyclischen Tripodie(——————) 2. B. Oed. Col. 694 ff.; auch anacrusisch, z. B. Trach. 850 f. Der Ausgang ist verschieden, meist auf den Choriambus, den Adonius, die catalectische(——————) oder acatalec- tische(———————) Tripodie.— Oft erscheint auch das diiambisch-choriambische Dimetron:—————— z. B. Ant. 781.
- 64. 9. Eine eigene Strophengattung, die iambo-loga- ödische, hat Sophocles durch Verbindung iambisch-trochäi-


