Aufsatz 
Metrik für Gymnasien / vom Gymnasiallehrer Steiger
Entstehung
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Ebenso würde der deutsche Unterricht besonders der mittelhochdeutsche sehr förderlich einwirken und namentlich den Unterschied des Quantitierens und Accentuierens be- sprechen können.

In solcher oder ähnlicher Weise mühelos vorbereitet, könnte der Primaner sich unschwer eine zusammenhängende Uebersicht verschaffen, wie sie der Verfasser in dem ersten allgemeinen Theil zu geben versucht hat. Muss er doch das meiste davon auch jetzt schon nur ausser Zusammen- hang sich einprägen. 1

Derspecielle Theil aber gibt zunächst eine vollstän- dige, mit Beispielen versehene Verzeichnung aller bei Sophocles und Horaz vorkommenden Reihen, nach den Tactarten ge- ordnet und numeriert, was den beständigen Rückweis leicht macht. Die Gliederung ist derartig, dass der Primaner sie in sehr kurzer Zeit genügend überschauen kann. Sodann eine ebenfalls numerierte Uebersicht der wichtigsten stichisch gebrauchten Formen, von welchen in jedem Fall das beliebige ausgewählt werden könnte. Da jede Nummer von den andern ganz unabhängig ist, so ist einiges wenige hinzugekommen, was die Schule nicht unmittelbar braucht, was aber leicht dem einen oder andern bei der Privatlectüre aufstossen möchte.

Der dritte Abschnitt ist fast ausschliesslich dem Horaz gewidmet. Nichthoratianisch sind die Nummern 1 und 11; aber nur die letztere kann als eine neue Zuthat angeschen werden, die nach Belieben unbeachtet bleiben kann.

Der letzte Abschnitt endlich wendet sich speciell dem Sophocles zu. Er gibt zuerst eine kurze Uebersicht der Theile der Tragödie, dann eine allgemeine Charakterisierung der verschiedenen Strophengattungen, worauf zuletzt eine vollständige Analyse und Besprechung sämmtlicher lyrischer Partieen zu folgen hätte. Dieser letzte Theil ist jedoch hier nicht ausgeführt, sondern nur eine Probe gegeben, welche die Absicht des Verfassers klar stellen soll.

Was den metrischen Standpunkt betrifft, so sind im Ganzen Westphal's Theorieen zu Grunde gelegt; allem ohne Ausnahme zu folgen, schien nicht gerathen.