Metrik für Gymnasien
(mit besonderer Berücksichtigung des Horaz und Sophocles).
Vorbemerkung.
Die folgende Abhandlung entspringt zunächst der An- sicht, dass auf eine metrische Erklärung der Sophocleischen Gesänge in den Gymnasien nicht verzichtet werden dürfe. Dabei wird festgehalten, dass jede wesentliche Mehrbelastung des Primaners zu vermeiden sei. Die Frage ist, ob sich beide Forderungen vereinigen lassen. Als ein Vorschlag zur Erreichung dieses Zwecks soll das Nachstehende billiger Be- urtheilung übergeben sein.
Nach der Ansicht des Verfassers müsste alles, was dem Schüler überhaupt hierher gehöriges geboten wird, planmässig auf das schliesslich zu erreichende Ziel— Verständnis der Sophocleischen Metra— bezogen und zu diesem hierdurch frühzeitig der Weg gebahnt werden. Wird z. B. das dacty- lische Hexametron gelernt, so lässt sich mit Leichtigkeit— sei es gleich im Anfang oder nach und nach beim Gebrauch — das Verhältnis des Einzeltactes zur Reihe und der Reihe zur Periode klar machen. Je drei Tacte vereinigen sich zur Tripodie: I==S=SIS, je zwei Tripodien zum Vers. Syllaba anceps, Cäsur, das Verhältnis der Länge zur Kürze(d. i. des„οeο diοeσαιάαοο zum 7r00109) u. a. m. muss ohnehin gelernt werden.
Hierauf liesse sich später leicht der elegische Vers basieren, der aus denselben(nur catalectisch gebildeten) Reihen besteht. Dabei Hinweis auf den Begriff der Catalexe und Pause. Das Distichon selbst gäbe den Begriff des Systems u. s. W.


