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und namentlich durch Iwan Turgenjew in die Weltlitteratur eingeführt wurden, und dann zu unserem eigentlichen Gegenstande zurückkehren.
Von den beiden Richtungen der englischen Kunstphilosophie, welche wir unterschieden, erkennen wir in der älteren, intellektualistischen Richtung den antikisierenden Grundzug der Renaissance. Gehen die Intellektualisten von dem Gesetze aus, Gutes und Schönes beruht auf dem nämlichen inneren Sinn, welcher beides instinktiv fühlen lässt, bringen sie ferner Gutes und Schönes in so innige Verbindung, dass letzteres nur die äussere Erscheinung des ersteren ist, so stehen sie damit anf dem antiken Standpunkte. Auch den Griechen war das νονꝙ εἀeαν untrennbar, wie den Römern das ⸗pulcrum et honestum«. Sie thaten das Gute, weil es schön sei, und mieden das Schlechte um seiner Hässlichkeit willen; sagt doch Plato: Wäre das Rauben schön, so könnte es sittlich nicht verworfen werden. Charakteristisch sind noch zwei Ausserungen Ciceros, welche wohl beide auf Plato zurückzuführen sind. Die eine lautet:-Formam quidem ipsam, Marce fili, et tamquam faciem honesti vides«(Off. I. 5.); die andere:-Decorum totum illud quidem est cum virtute confusum, sed mente et cogitatione distinguitur«(Off. I. 27.)
Am meisten ist dieser Platonismus bei Shaftsbury ausgeprägt. Ein an Milton erinnernder antik reiner Geist durchweht ihn, wobei es aber ganz sonderbar berührt, dass dieser Mann in den Erzeugnissen des verschnörkelten Rokokogeschmackes die Schönheitsidee am meisten verwirklicht sah. Jener ideale Platonismus eines Shaftsbury ist bei Hutcheson und Reid verwischt. Shaftsbury wandte sich an Phantasie und Geschmack, die beiden schottischen Philosophen an den Verstand, denn jener»innere Sinn« fällt ja bei Reid mit dem»common sense« zusammen. Indem er so das Schönheitsurteil als ein Urteil des gesunden Menschenverstandes betrachtet, redet er einer Kunst das Wort, welche nicht mit freier Genialität aus dem Gefühle herausschafft, sondern einer solchen, welche nur auf dem Wege ausklügelnder Berechnung Kunstwerke zu fertigen vermag. Wir erkennen also im Schotten Reid den Kunstphilosophen des Zopfstils.
Die den Gegensatz zu den Iutellektualisten bildenden Sensualisten sind die Kunstphilosophen des Naturalismus, welcher zwar mit der Antike nicht brach, aber sich von falscher Nachahmung derselben losmachte und sie tiefer aufzufassen bemüht war. Angeregt von dem naturalistischen Geiste, schrieb Burke sein Werk:»A Philosophical Enquiry into the Origin of our Ideas of the Sublime and the Beautiful« 1756, wodurch er Kants Vorläufer geworden. In gleichem Sinne schrieb Home seine ⸗Elements of Criticism« und trat offen gegen den Popeschen Klassicismus und die nüchterne Glätte der herrschenden Architektur und Gartenkunst in die Schranken. Ziemlich um dieselbe Zeit veröffentlichte der Maler Hogarth seine-Analysis of Beauty«, in welcher er einer durchaus naturalistisch-modernen Auffassung vom Wesen des Kunstwerks die Wege ebnet. Das künstlerische Schaffen von innen heraus wird von der heutigen Philosophie hervorgehoben. Die Idee, der geistige Gehalt, welcher dem Kunstwerke zu Grunde liegt, ist die wirkende Ursache der Schönheit, der Grund ihres Reizes. Das Schöne wird bedingt durch Einheit in der Mannigfaltigkeit, und dieses Eine in dem Mannigfaltigen kann nur die dem Kunstwerke zu Grunde liegende Idee sein. In diese Idee muss sich der Künstler hineinleben; nur erst wenn er sie in ihrer ganzen Tiefe erfasst hat, vermag er ein schönes Kunstwerk zu schaffen, ein Werk, in dem Form und Inhalt harmonisch zusammenstimmen. Das sind freilich Ansichten, welche, wie bemerkt, erst die Neuzeit in lichtvollster Klarheit erfasste, aber Hogarth hat sie wenigstens geahnt, und sein Drängen auf Erforschen vom»Grunde des Reizes⸗- im Kunstwerk und das Erblicken des Schönen in der


