Aufsatz 
Entstehung und äußere Form der romantischen Bearbeitung der Sage von "Flore und Blanscheflur" durch Sophie Bernhardi
(geb. Tieck)
Entstehung
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Verwendungszahl weist in unserem Epos noch das Gegenbild der zuletzt- genannten Strophenform auf, der Typus abababoc, dessen ersten sechs Verse stumpfen Ausgang zeigen und nur das Schlußpaar klingend gebildet ist; 10:68% aller Fälle lassen sich für diese Form in Anspruch nehmen, bei Schlegel bloß 989%. Ihr zunächst folgt dann eine Abart des reifen Stanzentypus, die außer den b-Reimen auch noch die c voll- tönend baut: abababec und etwa 10·˙21% der acht Variationen aus- macht, wogegen sie im Tristan bloß selten, mit 3.29%, vertreten ist. Sehr beschränkt bereits ist bei Bernhardi der Typus abababcc zu finden, wo nur die b-Reime weiblich gebildet sind; hier tritt der Aus- nahmsfall ein, daß Schlegel einmal eine höhere Verwendungsziffer auf- weist, trotzdem diese Reimordnung mehr stumpfe als klingende Reime enthält. Während in unserer Blumengeschichte bloß 7·30% dieser Strophenart anzutreffen sind, sind sie dort mit 7·69% vertreten. Am seltensten und in den einzelnen Gesängen bloß in ganz wenigen Bei- spielen kehrt das Gegenbild derjenigen Form wieder, die unsere Dichterin am meisten bevorzugt hat: der Gegensatz des Typus mit durchgehend weiblichen Reimen, die Korm. wo alle Verse männlichen bilder fallen ihm zu, ja in Manchen Gesängen läßt er sich nur in einer einzigen Strophe nachweisen(z. B. I, III, IV, XII). Auch W. Schlegel hat diese Abart in seinen ganzen 91 Strophen bloß einmal verwendet (Str. 44), was sich sicher daraus erklären läßt, daß sie den Neigungen und Bestrebungen der Romantiker gänzlich zuwiderlief.

So abwechslungsreich Bernhardi ihre Verse durch die verschieden- artigsten Verschlingungen des Reimgeschlechtes gestaltet hatte, so mannigfaltig sind auch die Formen selbst, die der Reim unter ihren iinden angenommen hat.

. Wenn wir die einzelnen Strophen bezüglich der Reinheit der Rerna von unserem Standpunkt aus prüfen, ergibt sich gleich beim ersten Blick, daß hier unsere Dichterin gleichfalls ein Streben nach Abwechslung hat walten lassen; aber oft entbehrte dieses Streben der wünschenswerten Sorgfalt. Denn obgleich wir, ihre Zeitverhältnisse berücksichtigend, sehen werden, daß ihrer Aussprache so mancher Reim noch als rein erschien, dessen vollständige Reinheit wir nicht aufrecht erhalten würden, begegnen wir doch einer ziemlichen Zahl teils unreiner, teils mangelhafter oder falscher Reime. Bloß 67:25% aller Stanzen enthalten in allen ihren Reihen durchweg reine Reime, ein bedeutend geringerer Prozentsatz als in Schlegels Tristan, wo die Strophen mit vollständig reinen Reimen 72·52% ausmachen. Dabei zeigt Bernhardi im Verlaufe der einzelnen Gesänge durchaus keinen Zug nach Vervollkommnung oder größerer Vollendung der Reime, sondern im Gegenteil, ein beständiges Schwanken und Hin- und Her- lavieren; bald wendet sie eine größere Aufmerksamkeit und Sorgfalt an, bald wieder scheint sie auf die Beschaffenheit der Reime gar nicht