Aufsatz 
Entstehung und äußere Form der romantischen Bearbeitung der Sage von "Flore und Blanscheflur" durch Sophie Bernhardi
(geb. Tieck)
Entstehung
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Reimen zusammensetzt und, im Vergleiche zu Schlegel, wohl in ge- ringerem Ausmaße vorkommt(22·88%), aber doch bei ihr alle übrigen Formen und speziell den eigentlichen Stanzentypus ziemlich überflügelt. Letzterer findet sich bloß mit 21·47% vertreten. Das Streben, womöglich nur weibliche Reime zu bilden, brachte sowohl bei ihr, wie bei W. Schlegel, überhaupt eine besondere Bevorzugung derjenigen Typen mit sich, in denen die klingenden Reime vorherrschend sind. In diesem Punkte zeigt sich erst das wahre Verhältnis der beiden Dichter zuein- ander. Denn trotzdem im Tristan die regelrechte Stanzenform überwiegt und nicht die mit durchgehend klingenden Reimen, hat Schlegel die Formen mit überwiegend weiblichem Reimschluß in bedeutend weiterem Ausmaße eingeführt als im gleichen Verhältnis Bernhardi. Im Tristan sind diese Strophenarten mit 78% zur Anwendung gebracht und über- treffen die Reihen, die die stumpfen Verse vorherrschen lassen, um 56%; in unserem Epos dagegen machen die Strophenformen mit herrschendem klingenden Reim bloß 67·23% der beiden Gruppen aus und stehen denen mit überwiegend stumpfen Ausgängen nur mit einer Majorität von 34·86% gegenüber, so daß die letzteren(32:39%) bezüglich der Häufigkeit ihres Vorkommens etwa um das Doppelte voraus sind. Mithin drückt sich bei Schlegel die Forderung nach rein weiblichen Reimen bedeutend stärker aus als bei unserer Dichterin, die weit mehr die Mannigfaltigkeit und den bunten Wechsel der Formen liebte. Wie bereits erwähnt, ist in unserem Epos jene Stanzenform, die nur klingend ausgehende Reimpaare enthält, mit 22·88% allen übrigen Reihen über- legen. Ihr zunächst bezüglich der Verwendungszahl steht der reife Stanzentypus, wie ihn Schlegel vorzugsweise verwendet hatte, mit 21·47% aller Strophenformen. Bernhardi zog ihn doch noch sämtlichen übrigen Reihenfolgen vor. Die beiden letzten Reimordnungen, die noch ein Plus der klingenden Reime aufweisen, kommen schon in ziemlich ver- ringertem Maßze vor; an erster Stelle steht die Form abababcc, das Gegenbild zur regelrechten Stanze, mit 12·08% aller Fälle, während die zweite Reihe der Art abababoc, wo nur das abschließende Reimpaar volltönend endigt, alle übrigen Reime aber klingend gebildet sind, bloß 10·70% der verschiedenen Variationen ausmacht. In Schlegels Tristan finden sich beide Formen verhältnismäßig öfters gebraucht als in unserem Gedichte, erstere 14:28%, letztere etwa 11% der einzelnen Typen bildend. Charakteristisch für die Zurückstoßung der Formen mit überwiegend stumpfem Reimausgang ist der Umstand, daß in unserem Epos derjenige dieser Typen, der noch am häufigsten vertreten ist, in seiner Verwendungsziffer nicht einmal den letzten der ersteren Gruppe mit vorherrschend klingenden Reimen erreicht. Trotzdem jedoch tritt der Unterschied in unserem Gedichte nicht so kraß und scharf hervor wie in Schlegels Tristan; dort erscheinen diese Typen gegenüber den ersteren in wirklich fast verschwindend kleiner Zahl verwendet, ja von einem derselben findet sich gar nur ein einziges Beispiel. Die größte