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die für einen Wechsel des Rhythmus besonders empfänglich sind; daher sind auch die Eingänge der beiden Vershälften, der erste Versfuß und der dritte, davon wieder in erster Linie betroffen. Ebenso erscheinen die einzelnen Typen hier nur in solchen Wortformen vertreten, die ihre speziellen Kennzeichen deutlich zum Ausdruck bringen: Die schwebende Betonung bei stark betonten, isolierten Einsilbern und Dreisilbern der Form 2— x%, die versetzte Betonung mit zweisilbigen, trochäischen Wörtern und der Anapäst nach der 4. Silbe. Ja auch hier zeigt sich hinsichtlich der Einschiebung zweier aufeinander folgender Senkungen die im vor- ausgehenden erwähnte Nachlässigkeit Bernhardis im Gebrauche der Synkope; z. B. schwebende Betonung im 1. Fuß, versetzte Betonung im dritten:„Maldwege hin, suchend der Liebe Bühne“(IX 31); „Klein war sein Haupt, kräftig die breite Brust“(V II ²); oder den umgekehrten Fall:„Wollte den Sohn Herzeloide bergen“(V 5 5). Neben einem dieser Typen treten in einem Versfuß zwei Senkungen auf, z. B. mit schwebender Betonung im I. Fuß: I 16 3:„Feucht zu
verhülſl én dér Störlnen Augen Glühen“; oder im 3. Fuße IV 563:
„Der Liebe, des holdsell 1 g en Kin dſes sehnen“. In beiden Fällen hätte der Anapäst durch die einfache Synkope vermieden werden können. Versetzte Betonung mit einem Anapäst zeigt der Versrhythmus in
—₰½ 35 ¹:„Gassier, der Nuſbier Furst nahm nun das Wort“., Durch Verschleifung der beiden zusammenstoßenden Vokale in„Nubier“ nach Art von„Gassier“ würde auch hier der Anapäst unterdrückt werden.— Außer diesen Fällen rhythmischer Verschiebung zeigen sich in unserem Epos noch einige Verse, in denen Bernhardi den regelmäßigen Wechsel von Senkung und Hebung absichtlich aufgegeben hat, um durch Häufung und asyndetische Aneinanderreihung stark betonter, isolierter, einsilbiger Wörter gewisse lautmalerische und die Erzählung steigernde Effexle zu erzielen. Z. B. II 267—3:
„So ist Bach, Wald, Blum', Vogel ihr Gedicht, Wie Klang, Ton, Rauschen, Singen, Liebe spricht“;
oder an anderer Stelle heißt es: II 527—8:
„Schmerz, Gram, Angst, jedes Leid, Pein und Unheil Sind meines armen ird’schen Lebens Teil“.
Khnlich auch in I 33 und III 387.—
Wie Bernhardi schon durch die wechselnden Rhythmen ihrer Strophenform Lebendigkeit und Leichtigkeit zu verleihen suchte, so trachtete sie auch, den inneren Gehalt der Sprache und die Sinnesüber- tragung aus einer Verszeile in die andere von dem Zwange des äußeren Rhythmus möglichst unabhängig zu gestalten. Beides erreichte sie durch eine freie Verwendung der Zäsur und des Enjambements. In ihre Stanzen kam dadurch etwas Ungezwungenes, Bewegliches hinein, das Trennende der einzelnen Verszeilen wurde aufgehoben, sie enger
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