Aufsatz 
Entstehung und äußere Form der romantischen Bearbeitung der Sage von "Flore und Blanscheflur" durch Sophie Bernhardi
(geb. Tieck)
Entstehung
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Drum sah man eifrig nach dem Palast streben; ähnlich in VI 542 und XI 501.

2. Diesen Abweichungen steht eine Reihe anderer gegenüber, die den reinen jambischen Rhythmus in ähnlicher Weise durchbrechen, sich aber innerhalb des Versrhythmus am besten durch Annahme von Umkehrung des regelmäßigen Wechsels von Senkung und Hebung, d. i. durch versetzte Betonung, erklären lassen. Gegenüber der großen Zahl der Beispiele mit schwebender Betonung sind diese Sonderheiten auf ein verhältnismäßig geringes Ausmaß beschränkt und mit wenigen Ausnahmen fast nur an den beiden kritischen Stellen des Verses anzutreffen, im Eingang und unmittelbar hinter der Zäsur. Die Wörter mit einem derartigen Tonfall gehen im Gegensatz zu den, in den obigen Gruppen angeführten, über zwei Silben nicht hinaus; daneben lassen sich im 1. und 3. Fuß auch vereinzelte Beispiele mit Einsilbern finden. Während wir in den zweisilbigen Wörtern der oben genannten Typen durchweg geschleifte Spondeen erkennen konnten, haben sie hier die

Form:- e. Am weitesten verbreitet findet sich in unserem Gedichte die versetzte Betonung im 1. Fuße bei zweisilbigem Worte, z. B.: Flore muß gehen, darf keine Antwort wagen(II 301). Etwa 0O% aller übrigen rhythmischen Wechsel stellen diese Fälle dar und werden von Bernhardi noch seltener angewendet als von W. Schlegel, in dessen Tristan sie 1·23% ausmachen. Daneben lassen sich vielleicht vier Beispiele konstatieren, wo das zweisilbige Wort durch zwei einsilbige ersetzt wird, die den gleichen Tonfall zeigen, z. B.:Wagt es, empor zum Ameral zu sehen(X 34 ²). Dieselbe Gestalt zeigt der Typus ver- setzter Betonung im 3. Fuß, unmittelbar nach der Hauptzäsur, am Eingang der 2. Vershälfte; z. B.:Im Wald ertönt, flogen die sanften Worte(III 58 4). Fünfzehn PFälle ließen sich dafür anführen, während Schlegels Tristan deren bloß zwei aufweist. Außerdem sind, wie oben, aber hier nur in einem einzigen Falle, auch zwei Einsilber anzutreffen; z. B.:Ja wohl, sprach die: geh nur, daß mein Gewand (IX 65). Ganz in beschränktem Maße ist dann dieser vom Jambus abweichende Tonfall noch bei Gelegenheit eines zweisilbigen Wortes auf den 2. und 4. Versfuß übertragen worden. Drei Beispiele der ersteren Art ließen sich feststellen, z. B.:Da sprach Flore: Ach, holde Blancscheflur(II 20); und zwei für den 4. Fuß, des TPypus, z. B.: Und Flor und Blanscheflur zärtlich mitsammen(XII 40*). Bei W. Schlegel taucht gleichfalls ein derartiger Fall auf. Wie ferner die schwebende Betonung öfters in zwei Versfüßen zugleich auftreten konnte, trifft das hie und da auch betreffs des versetzten Versakzentes zu. Es erscheinen durchweg Zweisilber verwendet, bloß in einem einzigen Beispiele wird letzterer in dem einen Versfuß durch zwei Einsilber ersetzt: V7 3:Fesselt Conduiramur Herz und Gedanken. Als Typus dieser seltenen Art versetzter Betonung diene z. B. für den 1. und 3. Fuß: XI317:Flore fragt nun: herbergt ihr uns die Nacht.