Aufsatz 
Entstehung und äußere Form der romantischen Bearbeitung der Sage von "Flore und Blanscheflur" durch Sophie Bernhardi
(geb. Tieck)
Entstehung
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in einigen Beispielen sind auch Anapäste angewendet, oder die beiden ersten Möglichkeiten der Betonung vereinigt worden, in anderen wieder tritt eine von ihnen in Verbindung mit einem Anapäst hervor, oder der regelmäßige Rhythmus ist durch die gesteigerte Lebendigkeit der Erzählungsform, durch Häufung asyndetisch aneinander gereihter, hochbetonter, einsilbiger Wörter überhaupt vollständig durchbrochen worden. Im ganzen genommen kann aber diesen Eigentümlichkeiten Bernhardis bezüglich ihres Versbaues keine allzu hohe Bedeutung bei- gemessen werden, da so manches auf Unachtsamkeit und Mangel an Sorgfalt von ihrer Seite zurückgeht. Wir werden auf Fälle stoßen, wo sie durch einfache Anwendung der Synkope Anapäste hätte leicht vermeiden und den regelmäßigen KRhythmus hätte einhalten können, wo überhaupt kein Grund für seine Veränderung vorlag. Auf jede einzelne Art solch rhythmischen Wechsels genau einzugehen, ist Sache einer Spezialuntersuchung; bloß für die Hauptgruppen, die am stärksten vertreten sind, sollen hier typische Beispiele angeführt werden, an denen die jeweiligen, charakteristischen Momente deutlich erkenn- bar sind.

1. In erster Linie seien einige Fälle angeführt, wo sich die Ab- weichungen vom reinen jambischen Rhythmus hauptsächlich mit Hilfe der schwebenden Betonung erklären lassen. Die beiden kritischen Stellen, Verseingang und-mitte nach der Zäsur liefern natürlich das Hauptkontingent aller derartigen Beispiele. Besonders beliebt, sowohl bei Bernhardi als auch bei W. Schlegel bei letzterem noch stärker ist der Beginn des Verses mit einem einsilbigen, starkbetonten, isolierten Worte, des Typus:Sieh, sprach der Ritter, wie um still zu lauschen (IX 1). Etwa 2·5% aller rhythmischen Abweichungen nimmt dieser Typus ein; bei Schlegel 347%. Interjektionen, Ausrufe, Fragewörter, Anredeformeln am Verseingang bringen diese Betonung mit sich. Ihm zunächst an Häufigkeit des Vorkommens, aber schon in bedeutend spärlicherem Maße, findet sich der Fall des folgenden Typus(III 10): Sehnsüchtig will die Seele sich betrüben. Hier tritt uns ein drei- silbiges Wort am Verseingang entgegen, die Betonung jedoch ist die gleiche wie im ersten Falle; diese Art bildet nur mehr etwa 0-41%

aller Abweichungen. Selten erscheint der Typus(IV 53*):Aus- streut die keusche Göttin ihre Liebe; hier ließen sich ungefähr 0 Beispiele zählen. In ähnlicher Weise treten uns diese rhythmischen

Sonderheiten am Eingang der zweiten Vershälfte entgegen, unmittelbar nach der Hauptzäsur, nach der 4. Silbe; nur sind die einzelnen Fälle spärlicher vertreten als die ersterwähnten. Nach der Häufigkeit ihres Vorkommens lassen sich die typischen Beispiele auch hier in derselben Ordnung aneinander reihen; 2. B.(VIII 40);Des Busens Qual. Weh! wer hat mich verführt. Wie oben findet sich dieser PTypus auch in dieser Gruppe am häufigsten; etwa 0'32% bildet er. Ihm zunächst steht wieder die eigentümliche Betonung bei einem dreisilbigen Worte in