Aufsatz 
Entstehung und äußere Form der romantischen Bearbeitung der Sage von "Flore und Blanscheflur" durch Sophie Bernhardi
(geb. Tieck)
Entstehung
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digung findet, ist sie doch im Verlaufe ihrer Erzählung in einigen Fällen davon abgewichen, indem sie versuchte, die Strophen auch untereinander zu einem einheitlichen Ganzen zusammenazuschließen. Wie sie die einzelnen Verse durch die Formen des Enjambements in einander übergehen ließ und sie dadurch inhaltlich eng verband, wollte sie in einigen Beispielen auch eine Art Strophenenjambement ein- führen. Besonders auffällig gestaltet sich in dieser Hinsicht die Ver- knüpfung der beiden Strophen 22 und 23 im VII. Gesange, wo ein Hauptsatz direkt in zwei Teile zerrissen wird, sein Anfang den Schluß- vers von VII 228 bildet und seine Fortsetzung mitund die erste Zeile der folgenden Strophe(VII 23). Das Komma am Ende der ersten Strophe ist natürlich falsch, da der Abschluß des Gedankens erst in der nächsten Zeile stattfindet. In zwei anderen Fällen(I 1 8 2*, X 81 8 82) finden wir die Trennung der Vordersätze einer Periode von ihrem Hauptsatz; hier enthält die ganze vorhergehende Strophe(I1, X 81) überhaupt nur Vordersätze, während der abschließende Hauptgedanke, gleichsam der Abgesang zum Aufgesang, mit einem einleitendenda erst in der zweiten Strophe(I 2, X 82) nachfolgt. Oder, ähnlich wie im erst erwähnten Falle, liegen die Verhältnisse wieder in IV 9 8 10, nur daß es sich diesmal um ein Satzgefüge handelt, einem Hauptsatz mit seinem Relativsatz, die, zusammengenommen, erst dem Gedankengang von IV90 den inhaltlichen Abschluß geben, trotzdem der zweite Teil bereits in die nächstfolgende Strophe(IV 1o) fällt; desgleichen in VI 7 8 8:, wo die Teile eines mehrgliedrigen Vergleichsatzes durch den dazwischen fallenden Strophenschluß von einander getrennt werden. In allen diesen Beispielen ist die Stanzenform eigentlich auf mehr als acht Zeilen ausgedehnt worden, da die abschließenden Verse über die beiden gewöhnlichen Schlußreime der Strophe noch hinausgehen und der Abschnitt nach der 8. Verszeile und dem letzten Reimpaar deshalb ploß eine äußerliche Scheidung bedeutet. Bernhardi war hier auf dem Wege, trotz der Gliederung in Strophen den immer wiederkehrenden Ruhepunkt nicht an das äußere Ende einer Stanze zu binden, sondern ihn erst nach längeren Perioden eintreten zu lassen, entsprechend einer rein epischen Gestaltung. Daß gleich die beiden ersten Strophen ihres Gedichtes diese Ausnahme zeigen, ist sehr charakteristisch und läßt deutlich erkennen, daß sich ihre Stanzenform aus dem epischen Gewande erst langsam herausbilden mußte. Wie die Strophen für sich zu einem kleinen, einheitlichen Ganzen abgerundet sind und sich da- durch wirkungsvoll den abgehackten mhd. Keimpaaren gegenüber- stellen, sind sie auch sonst untereinander zu einem schönen, gleich- mäßigen Ganzen treffend zusammengestimmt, so daß sich trotz des überwiegend lyrischen Charakters noch ein leichter epischer Rhythmus durch unsere ganze Darstellung schlängelt.

Die Stanzenform, die Bernhardi in ihrem Epos verwendete, ist die regelmäßige Stanze, die streng gebaute italienische Ottava rima