Aufsatz 
Über das Alter der roten Konglomerate zwischen Frankenberg und Lollar / von Georg August Philipp Stamm
Entstehung
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17 Zusammenfassung.

Die zwischen Battenberg und Lollar auftretenden roten Konglomerate gehören dem Oberrotliegenden an.

Es sprechen dafür folgende Gründe:

1) Die Zurechnung der Konglomerate zu dem unteren Rotliegenden, dem Kohlenrot- liegenden den Lebacher und Kuseler Schichten ist ausgeschlossen, da sich in denselben weder Kohlenflötze, noch auch die bezeichnenden organischen Reste wie in jenen finden, wie man sie doch erwarten dürfte, wenn die betreffenden Schichten dasselbe Alter besäßen, wie die Schichten an der nicht sehr entfernten oben erwähnten Nauenburg in der Wetterau.

2) Die petrographische Beschaffenheit der Konglomerate stimmt im Wesentlichen mit den oberrotliegenden Schichten des Saar Nahegebietes, sowie mit den Schichten von Zeilhard und Langen bei Darmstadt überein. Sie bestehen wie jene aus lebhaft rotgefärbten Konglomeraten, deren Gerölle sich aus Thonschiefer, Quarzit, Granit, Porphyr und devonischen Kalken zu- sammensetzen, ferner aus fein-, mittel- und grobkörnigen, plattigen und schiefrigen Sandsteinen und Schieferthonen, die ebenfalls durch intensiv rote Färbung ausgezeichnet sind. Die Sand- steine, in mehr oder weniger starke Bänke abgesondert, bestehen aus Körnern von trübem Feldspat und Quarz, welche durch ein thoniges, kalkiges oder kieseliges Bindemittel verkittet sind. Innerhalb der sandigen und grobkörnigen Konglomerate finden sich Eisenkiesel und Kieselschiefer, teils in Knollen, teils auch als zusammenhängende Bänke, so am Hünsterz, bei Wolmar und bei Michelbach. Man kann dieselben wohl als Rquivalente des süddeutschen Karneolhorizontes ansehen.

In der obersten Zone der Konglomerate finden sich, wie im Saar Nahegebiet, bei Heidelberg, Langen und Zeilhard bei Darmstadt, im Schwarzwald, in den Vogesen, ja sogar in den Alpen, als eine sehr bezeichnende Erscheinung dichte oder feinkörnige dolomitische Kalke, so bei Wetter, Michelbach, Wehrshausen und Mittelsimtshausen etc. Auch dieses Vorkommen läßt sich unmittelbar vergleichen mit dem Dolomit- und Kalkhorizont im oberen Rotliegenden der Wetterau, des Odenwaldes u. S. w.

Auch die bei Wehrshausen in der obersten Zone der Konglomerate auftretenden ge- tigerten Sandsteine sind dieselben wie bei Zeilhard bei Darmstadt. Ihre Bildung ist zurück- führbar auf die Auslaugung ehemaliger Dolomitknöllchen.

3) Die Lagerungsverhältnisse der Konglomerate zum Buntsandstein sind derart, daß die ersteren zum Rotliegenden gerechnet werden müssen. Wenn auch an vielen Stellen die Grenze zwischen den Konglomeraten und dem Buntsandstein nicht genau beobachtet werden konnte, so ist doch an anderen die Diskordanz so deutlich, daß der Altersunterschied zwischen beiden Schichtenfolgen unverkennbar ist.

Bei Rennertehausen fallen die Konglomerate 15⁰0 nach N.O. ein, am Hünsterz 80 nach N.O., an der Papiermühle 120 nach N.O.; bei Michelbach schwankt das Einfallen zwischen 7o und 150 nach S.O., in Wehrshausen 280 nach S.O., bei Ockershausen 150 nach S. W., bei Hassenhausen 150 nach N.O., während der überlagernde Buntsandstein an allen Stellen wesentlich horizontal lagert.