Ib. 3 St. Einführung in die zweite Blüteperiode der deutschen Literatur. Der innere Entwicklungsgang derselben wurde in seinen Grundzügen dargelegt, und die bedeutendsten Erscheinungen wurden aus- führlich behandelt. Gelesen und erklärt wurden: Schillers Maria Stuart; Goethes Götz von Berlichingen; Klopstocks vaterländische, religiöse, Liebes- und Freundschaftsoden; Lessings Minna von Barnhelm, Laokoon, Hamburgische Dramaturgie(I. 29— 32 und 36— 50, II. 73— 83 und 84— 95) mit Herbeiziehung der einschlägigen Stellen aus Aristoteles' Poetik. Wie die Alten den Tod gebildet. Im Sommer wurde eine praktische Anleitung zur Abfassung von Aufsätzen gegeben. Vorträge aus dem Gebiete der Literatur- geschichte und der Lectüre. Declamationsübungen.
Aufsätze über folgende Themata:
. Der Meisterschuss des Odysseus und sein Kampf egen die Freier.(Nach Hom. Odyss. 21 und 22.) . Welche Bedeutung hat die Person Mortimers in Schillers Drama Maria Stuart? . Minna von Barnhelm, eine Novelle nach Lessing. Charakter des Majors von Tellheim, nach Les- sings Minna von Barnhelm.(Klassenarbeit.) In wiefern ist Goethes Götz von Berlichingen ein nationales Drama zu nennen?
Welche Verdienste hat sich Klopstock um die deutsche Poesie erworben?
.Die That Tells und die (Klassenarbeit.)
. Welches sind die verschiedenen politischen Ge- staltungen Deutschlands in unserem Jahrhundert?
. Der Schild des Achill und der Schild des Aeneas. Nach Hom. II. XVIII, 468— 617 und Verg. Aen.
III, 407— 453 und 608— 731.)
—. Welchen Augenblick müsste der Maler wählen, um nach Goethes Ballade„Der Sänger“ ein tref- fendes Gemälde zu entwerfen?(Klassenarbeit.)
Adam.
Ia. 3 St. Lectüre: Shakespeares Coriolan und Mac- beth. Goethes Iphigenie und Torquato Tasso. Theorie des deutschen Aufsatzes. Besprechung mancher The- mata und Dispositionsübungen.
That Parricidas.
+ 8+8 d=g—s
— ½
Aufsätze über folgende Themata:
. Mannhaftigkeit und Standhaftigkeit, die Säulen der Macht und Grösse Roms.(Hor. carm. III. 2, 3.) . Noth entwickelt Kraft.(Klassenarbeit.) . Ueber die Schürzung und Lösung des dra- matischen Knotens in Shakespeares Coriolanus. . Shakespeares Kunst der Charakterzeichnung, nachzuweisen im Anschluss an die Tragödie Coriolanus. 3 5. a) Welches sind die Bande, die uns an die Heimat knüpfen? b) Vergleichung der Schillerschen Uebertragun von Shakespeares Macbeth mit dem Original c) Charakter Macbeths. 6. a) Wie wird die Erkennung der Geschwister in Goethes Iphigenie herbeigeführt? b) Ueber die Verwendung der Furien in Goethes Iphigenie. c) Charakter des Pylades. 7. Wie zeigt sich die sittliche Macht edler Weib- lichkeit in Goethes Iphigenie?(Klassenarbeit.) 8. Ausführliche Lebensbeschreibung.
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9. Der Grundgedanke in Goethes Torquato Tasso. (Abitur.-Aufsatz.). Ausserdem von 2 Oberprimanern bearbeitet:
10. Charakter des Oedipus in Sophocles' Oedipus
Coloneus. Dr. Paehler, Direktor.
2. Lateinische Sprache.
VI. A. 10 St. Die regelmässige Formenlehre nach der Grammatik von Ellendt-Seyffert, eingeéübt durch Uebersetzen der meisten Uebungsstücke aus Oster- manns Uebungsbuch für Sexta. Memoriren der Vo- cabeln aus Ostermanns Vocabularium I. Alle 8 Tage abwechselnd ein Exercitium und Extemporale.
Widmann.
VI. B. 10 St. Dasselbe Pensum wie VI. A.
Lohr.
V. A. 10 St. Repetition des Pensums der Sexta. Ein- übung der Deponentia. Die unregelmässige Formen- lehre und die syntaktischen Regeln nach Ostermann II. Memoriren aller Vocabeln im 2. Theile des Voca- bulariums, wiederholte Repetition der Vocabeln des 1. Theils; die unregelmässigen Verba nach Gram- matik und Vocabularium. An den zusammenhängen- den Uebungen in Ostermann Einübung der Lehre vom zusammengesetzten Satz. Fortwährende schrift- liche Uebungen in der Schule, ausserdem alle 8 Tage ein Extemporale oder Exercitium.
Wesener.
V. B. 10 St. Wiederholung der regelmässigen, Ein- übung der unregelmässigen Formenlehre, sowie der wichtigsten syntaktischen Regeln nach der Gram- matik von Ellendt-Seyffert und Ostermann II. Ausser fortwährenden schriftlichen Uebungen alle 8 Tage abwechselnd ein Extemporale und Exercitium. Voca- belnmemoriren. Spiess.
IV. 10 St.
a) Grammatik: Wiederholung der Formenlehre. Ein- übung der wichtigsten syntaktischen Regeln durch Uebersetzung der Uebungsstücke aus Ostermanns Uebungsbuch für Quarta. Memoriren von Voca- beln. Alle 8 Tage ein Exercitium oder ein Ex- temporale.
b) Lectüre: Cornelius Nepos: Miltiades, Themisto- cles, Aristides, Pausanias, Cimon, Conon, Epami- nondas, Pelopidas, Hannibal.
Scholz.
IIIb. C. A. 10 St.
a) Grammatik: Mepgiltion der Formenlehre. Die Casuslehre nach Ellendt-Seyffert, eingeübt durch Uebersetzen aus Ostermanns Uebungsbuch für Lardia. Wöchentlich Exercitien oder Extempo- ralien.
b) Prosaische Lectüre: Caesar de bell. gall. I, II und III(zum Theil).
Im Sommer: Göpel. Im Winter: Schlaadt.
c) Poetische Lectüre: Aus Siebelis' Tirocinium aus- gewählte Hexameter; dann III, No. 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 23. Memorirt wurden 61 ein- zelne Verse. Das Wichtigste aus Prosodie und Metrik. Flach.
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