Aufsatz 
Die Prädestinationslehre des Koran / Spiess
Entstehung
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Als der Gerechte musste aber Gott die erste Sünde strafen(101. 43. 10. 2). Er sagt selbst:Wir mussten uns rächen(30).Er duldet keinen Frevler(9). Drum folgen auf den Fall seine Worte:Hinweg von hier! Einer sei des Andern Feind. Wird auch der Fluch durch die folgenden Worte entkräftet, so lastet doch nach vielen Aussagen des Kordn ein solcher auf der Menschheit, d. h. auf der ungläubigen zunächst. Ist das nicht ein Fluch, dass Gott so oft mit Feuer und Ungewitter richten muss? dass die Propheten von jeher götzendienerischen Massen gegenüber gestanden haben? Am Ende der 11. S. heisst es denn auch:Waren nicht unter den Geschlechtern vor euch auch verständige und tugendhafte Menschen, welche dem Verderben auf der Erde steuern wollten? aber es waren deren nur wenige. Dass die SS. 36. 7 und 11 eine weittragende Bedeutung des Sündenfalls lehren, darin stimmen die Exegeten überein, welche mit Ullmanndas Urtheil als über die meisten beim Sündenfall schon beschlossen betrachten zu müssen glauben.

Hören wir jedoch nun die Schilderung des menschlichen Herzens insgemein.Es wirdüppig undverzagt genannt. Seine Todesangst S. 2 veranschaulicht. Der Un- gläubige gleicht demBlinden(43. 24.) Gott ist das Licht demim Grabe Liegenden (35). Freiheit des Willens haben die im Schutze des Teufels Stehenden(16) nicht mehr, auch wenn sie dieselbe im höchsten Grade besassen. Vorher erfreuten sie sich derselben, aberihr habt gedient dem Satan(36). Die Erbsünde der massa perditionis ist auch angedeutet in folgenden SS. 37 wirddie Errettung aus dem Dschehim von der Gnade hergeleitet; 28Wenn nicht Gott gnädig gewesen, so würden auch wir(den Pro- pheten inbegriffen)... dem Verderben nicht entronnen sein. S. 4 redet die Gläubigen anWenn nicht Gott in euch sich verherrlicht hätte... Das Lassen im Irrthum(das häufigeGott lässt im Irrthum, wen er will, 11 u. a.), setzt es nicht ein Sein im Irr- thum voraus, aus dem der Irrende nimmermehr von selbst sich herauszuwinden vermag? Das Erlösungsbedürfniss ist somit auf's entschiedeuste ausgesprochen. Alles, was Mubammed selbst hat, schreibt er Gottes Barmherzigkeit zu(28). Sind der bewussten Sünden so viel, ohne dass eine derselben vergessen bliebe, da Gott alles Böse von den Wüchtern notiren lässt(101), seine Engel zu Protokollführern bestimmt hat(50), wie nöthig wird da Vergebung; welches Anliegen ihre Erlangung, wenn sie auch für Sünden aus Unwissenheit sehr gerne, gleichsam als selbstverständlich, bewilligt wird(16)! Gott konnte die betrogene Menschheit nicht sich selbst überlassen, ermusste sich offen- baren. Welches ist seine Offenbarung, welches sein Heilswerk? Die An- leitung, die er durch seine Gesandten seit Adam an die Völker übermittelt hat. Das ist die besondere Offenbarung neben der allgemeinen in Natur und Gewissen. Sie hat

eine Geschichte, ein Fortschreiten, Die älteste Form ist der Pentateuch mit seiner An-

lage für die Zukunft, seinen Zeugnissen für Muhammed, welche jedoch von denSehrift- besitzern entfernt wurden, wie diese denn oft der Fälschung beschuldigt werden(26. 40. 2). Später vermittelte sich die Offtenbarung durch Jesus, welcher besonders mit Wunder- krüften ausgerüstet war. Er wird dasWort genannt S. 3(vgl. Joh. 1), hat Gott ge- offenbart(42). Die Juden tödteten ihn,aber ihr habt ihn nicht getödtet, Gott hat ihn zu sich erhoben(4. vgl. act. 5). Als der Auferstandene wirkt er fort; denn von den un- gläubigen Schriftbesitzern heisst es in S. 4:Sie werden glauben an Jesum vor ihrem Tode. Er wird wiederkommen(43), und seine Wie derkunft in Herrlichkeit gehört zu den sicheren Vorzeichen des Gerichts und Weltendes(43. Welche Anknüpfungs-