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Die grösste Seligkeit der bei dieser Rückkehr für bestanden Erklärten und die grösste Ehre ist das Anschauen Gottes.(75.) Bei ihm, dem Herrn, ist„das Ende aller Dinge.“ „Am Ende beruht alles auf Gott.“(22.) Einzelne solcher Anklänge an die Apokatastasis trezen freilich wieder zurück hinter der stets wieder gelehrten Ewigkeit der Höllenstrafen. Somit kommen wir auf das zweite Moment des kordânischen Lehrbegriffs, und zwar das vor- wiegen de, die Prädestination, für welche die obige historische Betrachtung schon manches Material geliefert hat. Hier soll es nur systematisirt werden.
2) Prädestination und Determinismus. Gott,„von dem man nicht er- häaben genug denken kann“, der alle Generation von sich ausschliesst(37. 72), der ungetheilte Eine(112. 37. 40— 44. 10. 17), der darum aller Dreiheit und Drei- einheit fremd ist(4. 5), ist die„Ursache aller Dinge“(27), der Allmächtige, dem „nichts unmöglich“(35), der ruft„Werde“„und es ist“(16). Er ist Selbstzweck, seine Verherrlichung der Weltzweck. Er bleibt der Allgenugsame,„auch wenn alle ungläubig“(11), bekümmert sich nicht um die Welt.„Euretwegen ist Gott unbe- kümmert“(25). Da die Welt durch Gott und Gotteswillen ist, so ist die Aufgabe der bewussten Creatur, sich in ihrer Abhängigkeit zu erkennen, Islam, Ergebung.„Der Mensch ist für den Islam geschaffen(30). Wie erbärmlich ist doch dieses Gebilde aus Wasser(d. i. Same, S. 97. 86. 70) Gott gegenüber!(80). Ist er es doch, von dem „alles kommt“(4. 9), der alles erhalten muss, wenn es bestehen soll, und alles sendet, was geschieht.„Nichts befällt uns, als was Gott beschlossen hat“,...„nichts—, was Gott nicht beschlossen hätte.“ Seine Vorsehung ist also eine specialissima. Damit will jene schon besprochene deistische Stelle, wonach Gott sich nicht kümmert um die Welt, nicht so recht stimmen; es müsste denn daselbst nur die Vorsehung von einem Kummer und von den Regentensorgen freigesprochen sein wollen.— Hat nichts Bestand, was die ihm von Gott vorgezeichneten Bahnen verlässt, und vollzieht sich im letzteren Fall durch den Untergang ein Gesetz der Vorsehung, bestätigt sich also gerade darin Gottes Herrlichkeit, wie es heisst S. 71,„Gott verherrlicht sich durch die Vertilgung“, wie könnte dann der Mensch auf eignen Wegen die Seligkeit finden, der Leitung Gottes entrathen, wie möchte die Creatur, deren Stolz und Ehre Gehorsam, in Auflehnung wider das Grundgesetz der Schöpfung leben, wider den von Anfang an auf' klarste ausge- sprochenen Gotteswillen(S. 2). Selbst da, wo dieser Wille Paradoxes fordert, wie von den Engeln die Verehrung eines noch in den Elementen stehenden, zu bildenden Ge- schleehts, im Hinblick freilich auf dessen hohe Bestimmung(vgl. Ebr. 1 f.), beugt sich die Creatur:„Fallet vor dem Adam nieder, und sie thaten so, nur der hochmüthige Teufel weigerte sich, er war unglüubig“(2, v. 30 ff.). Diess ist der eigentliche Sün- denfall, wobei gewiss die Sünde in ihrer nicht blos privativen, sondern positiven Be- deutung gefasst ist. Der Teufel erkennt mit Resignation seine ewige Trennung von Gott (19 und 27) und beginnt sein Werk mit Verjagung der Menschen aus dem Paradies und Werbung für sein Reich des Abfalls. Sein Werk ist ihm gelungen. Es gibt ein Heer der Teufel, böser Engel und Dschinnen(10), ein Reich des Bösen, das auch auf Erden sich durch Verführung ausbreitet. Der Teufelfürst hat geradezu das Privilegium und die Aufgabe(nach einem Vertrag mit Gott!), die Sünder je mehr und mehr zu Fall zu bringen, durch Täuschungen, die sich bis in die Hölle fortsetzen, nachdem sie einmal das mensch- liche Herz in die sündige Dialektik der Selbstentschuldigung verstrickt haben(19. 37).


