14
p. 283) und haben vorzugsweise einen asketischen, und nur insofern einen justificatorischen Zweck. Kein Intercessor nützt hier und dort etwas. Jede Fürbitte vergeblich S. 16 v. 36 f. Dass selbst beim Gericht, in der Stunde der Angst„keine Fürbitte sein wird“, lehrt ausser S. 78 auch 10. 44. 20, wovon unten weiteres.
Alle Vorspiegelungen werden am Tage der Enthüllung, der zukünftigen Offenbarung (100), kraftlos, da jedes Atom Sünde blosgelegt werden und jeder für sich stehen soll. Die Erlösung ist somit Befreiung vom Irrthum durch die Anleitung, insonderheit den herrlichen Korân.„Wer will, der glaube“ 27. Da derselbe jedem Bedürfniss entspricht, so„steht seiner Annahme kein Hinderniss im Wege“ S. 18. Er ist für„die Unterrichtung eines Jeden“ 54. Drum ist das Hören auf die Predigt die Befolgung eines Imperativs, „credite“ S. 84, durch einen Willensakt, Entschluss.„Sie hatten zu glauben beschlossen“ S. 6. Diese Entscheidung für die Wahrheit ist verbängnissvoll, hat im Gefolge den Kampf, bedarf des Beistandes. Drum„rufet mich an, so will ich euch hören“ 40.„Den Koran habt ihr nicht angenommen“ 17. 27. Vgl. 26. 3. 18. 10. 42. 64. Aus der Universalität der Offenbarung folgt sogar die Ueberflüssigkeit des Korân in gewissem Sinne. Die Betrachtung der Natur, der„Zeichen“ der Gottheit(S. 50), die Reflexion auf die Gottes- gerichte(Sodom, Hadäer, Pharao), nicht minder auf das eigne Leben, in welchem man „die Folgen der Sünde“ kennen lernt und verspürt(S. 30), lässt zur Offenbarung uns selbst gelangen. Man muss nur glanben wollen, so wird man glauben.(Vgl. hier besonders die von Wahl citirten einschlagenden Stellen des Koran.)
Die Entscheidung beschleunigt sich durch die Furcht vor der Hölle(73 f., 76), durch den Blick in die Zukunft(s. die Gerichtssuren, die oben besprochen sind). Unglaube ist ja nichts anders, als Selbsthass, muthwilliges Suchen der Gefahr(40), Selbstgericht (35„der Unglaube komme über die Ungläubigen“); denn Gut und Bös, Glaube und Unglaube sind zu verschieden, als dass man letzteren beschönigen könnte. Es besteht eine„Scheidewand'“(7 und 68). Glaube als Gesinnung ist das Wesentliche, muss aber mit Werken verbunden sein 42, 65. Busse und Glaube und Werke 25. Die Betonung der Werke ist schon durch den Ausschluss der Genugthuungslehre von selbst geboten.„Gute Werke geben den grössten Vorzug“(35), werden„vorausgesandt“ in den Himmel(73), belohnt(84, 4). Gnade und Lohn wird verheissen den„Folgsamen“ (36). Wie Gott getreu ist(9), so verlangt und belohnt er das Ausharren im Glauben, wührend Abfall ohne Vergebung bleibt. Besonders verdienstlich aber sind Almosen (35, 3, 57 u. v. a.), Gebete bei Nacht; Opfer für die Religion, die als Darlchen gelten, welche man Gott macht(61); Lesen der„Anleitung“(18); Werke der Askese, als Wallfahrten u. dgl.: kurz Islam, die selbstlose Ergebung in den Willen des Er- barmers, ist das Prinzip des Glaubens; Dankbarkeit das der Ethik(42). Den also Gläu- bigen ist Gott selbst dankbar(39. 4), belohnend und führend. Er fordert nichts Ueber- mässiges, gestattet dem schwachen Fleisch allerlei Freiheit, besonders was Ehe, Speiseverbote und Gebetsvorschriften anlangt(16. 2. 6), erklärt sogar gewisse Eide für nicht bindend(66); begnügt sich mit einer Mittelstrasse(25). Für das hiesige Darben entschädigt reichlich die sinnliehste Es chatologie. Nach SS. 41 und 83 gibts einen Zwischenort nach dem Tode, wo die„Seelen bis zur Auferstehung als weisse Vögel unter Gottes Thron harren.“ Auf das Gericht folgt eine durch den Contrast der Hölle gesteigerte Freude. Alle werden zu Gott dem Riehter zurückkehren(S. 19. 36).


