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Beispiels. Ein Volk verführt das andere(7). Die Verführung entschuldigt aber weder Einzelne, noch die Gesammtheit; denn kein Volk hat Gott je bestraft, das er nicht hin- länglich ermahnt hätte.(37. 26. 28. 17.) Auch gegen den Teufel gibt es Mittel, namentlich das Gebet.(41.) Das werden auch dereinst alle diejenigen, welche vorgeben, von den Teufeln verführt worden zu sein, von diesen selbst erfahren:„ihr habt selbst gewollt“. Weder das Hadern der Betrüger und Betrogenen untereinander, noch mit dem Satan wird irgend etwas helfen.(50. 43.) Da aber die Macht des Beispiels so gross, da die Massen, unbeschadet ihrer Willensfreiheit, sich so leicht von der Lüge beherrschen lassen, so hat der gütige Gott der Menscheit eine Anleitung von Anfang an gegeben, hat ihr seinen Willen und seine Wege kundgethan, zu Trost wie Strafe, durch Propheten wie Verhäng- nisse. Daher werden die beiden Seiten der erziehenden Thätigkeit, neben der belehrenden besonders die strafende, so häufig erwähnt und mit Beispielen aus der Geschichte der Patriarchen und des Volkes Israel belegt. SS. 54. 50. 26. 43. 36. 27. 18. 11. 9. 54. 37. 38. 40, sowie aus der Géschichte Arabiens: Themud, Had u. a. in denselben und vielen anderen SS. Gott wollte nicht das menschliche Geschlecht in Finsterniss und Unkenntniss lassen, sondern„dass alle bekehrt würden“ö. S. 13.„Gott wird den Menschen nicht in Irrthum führen“.(9.) Desshalb ist seine Offenbarung keine partikularistische, sondern eine an alle Nationen ergehende S. 40(daher auch theilweise der Missionstrieb des Islam); keine zum Verderben der Menschen, auch nicht eines Theiles, vollzogen: vielmehr„schickt Gott die Gesandten nur zum Glück der Menschen“. Diese Offenbarung kann also wesent- lich nur eine gleiche sein; die Religion Muhammed's, der Isläm, nur die geläuterte Religion Ibrahim's(Abraham'’s), welcher mit Vorliebe als Stammvater der Araber, durch Ismael, her- vorgehoben wird, und der schon Mekka Gotte geheiligt haben soll.(87. 2 u. 3.) Wer diese einfache Patriarchenlehre bekennt, ist ein Gläubiger. Wir dürfen uns nicht darüber wundern, dass im Anfang Muhammed noch geneigt war, Juden und besonders Christen für Geistesverwandte und Gläubige zu halten(85. 10.), so wenig als darüber, dass diese wohlgemeinte Selbsttäuschung gar bald in eine schroffere Stellung zum Christenthum um- schlug. Aber zunächst will der Korân nichts weiter, als die Schrift,„die alten Anwei- sungen“(10 u. 11) erklären lund bestätigen.(2.) Er ist darum besonders für die- jenigen geoffenbaret,„zu welchen noch kein Gesandter(32.) geschickt worden ist“, zu- gleich aber eine Ermahnung„für alle, welche wollen“. Mehr aber ist die Predigt nicht, als eine Erinnerung(S. 88 u. 51.) und Aufklärung(16. 10), wie denn Muhammed selbst nur ein Ermahner ist(S. 43. 67), welcher von Gott sogar Zurechtweisungen erhält(S. 17). Ueberhaupt war kein Prophet zuvor, kein Gesandter etwas anderes, als Knecht Gottes, Vorbild des Gehorsams, Verkündiger des Gotteswillens. Nicht einmal Jesus, der Sohn Marjamas, trotz der sein Leben ausschmückenden Wunder.(43.) Wenn Gott die Menschen also erlöst, so geschieht das nicht durch eine Leistung für dieselben, da ihnen die eigene Arbeit nicht erspart bleiben kann, nicht durch ethische Genugthuung eines Anderen, durch die sog. satisfactio, welche entschieden verworfen wird, ausser SS. 2. 17. 44, in 53 „keiner trägt die Sünden eines andern“ u. 16. Kein Opfer tritt ein, welches alle alten Opfer überflüssig machte. Ais Sühne überhaupt ist das Opfer dem arabischen Bewusstsein fremd, auch dem Propheten. Statt durch die neue Lehre für überflüssig gehalten und abrogirt zu werden, bleiben vielmehr die Opfer als Zierde des Moslemen, als Erinnerungs- zeichen an Gottes Gaben(Vgl. Schlegel„Geist der Religiosität aller Zeiten und Völker“


