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den Adam zu verehren, um nicht wieder aufzustehen, sondern die Sterblichen mit zu Falle zu bringen, was ihm auch gelingt. Einmal ist also der Sündenfall eine historische Notiz ohne Fortwirkung auf das Menschengeschlecht(vgl. Wahl historisch- kritische Einleitung pag. 100 f.). Dann wieder hat er zum Hintergrund ein Reich der Damonen,(auch böser Dschinnen, siehe S. 72 u. 46, da auch diese Mittelart von Luft- geistern in zwei Classen zerfällt), das sich in einer mächtigen Individualität zuspitzt, vor welchem Allah seine getreuen Anhänger bewahrt. Pelagianismus und Prädestinatianismus stehen eben unvermittelt neben eiuander. Man lese:
1) Pelagianismus. Gott der Allmächtige, Allweise, Allsehende(S. 87. 27. 32. 35), der Heilige, der gegen das Böse seinen Willen kund thun muss(9 u. 42), ist zu- gleich der Gütige(5. 57); als solcher hat er eine Schöpfung hervorgerufen(bald in 6 Tagen 25. 32, bald in 2 Tagen), nicht zum Scherz(46.), sondern für den Zweck der Ver- vollkommnung; das Menschengeschlecht als Herrn der Schöpfung, als Statthalter auf Erden (2), vor welchem sich selbst die Engelwelt beugen muss(37). Wenn auch aus Lehm ge- schaffen, so doch für den erhabenen Zweck des Islam bestimmt und bildungsfähig.(S. 2. Nennung der Thiernamen, Anweisung der Nahrung, Warnung vor Einem Baume). Doch einmal vom Versucher zum Ungehorsam verführt und zur Erde verstossen aus dem Pa- radies(2, 30 ff.) erhält er(erhalten sie) die verdiente Strafe, sogleich jedoch wieder eine „Anleitung“.„Wer dieser folgt, wird weder Furcht noch Trauer kennen“. Mit einem Beweis der Besserung ist die Scene abgeschlossen.(Drastisch sind S. 20. 38. 7). Ja es beginnt nun eigentlich die frohe Kampfesarbeit des Menschen, dessen Sünden Gott gern vergibt, so sie aus Unwissenhcit begungen. Eine Nachwirkung des Falls ist nicht zu er- kennen. Jeder Geborene wird mit Freiheit des Willens ausgestattet.(37. 76.) Nur be- wusste Sünden sind strafbar(33.), pur ihrer wird man sich dereinst erinnern.(79.) Alle fleischlichen Sünden und Laster, als Sünden der Schwachheit, werden vergeben, können vergeben werden.(4.) Gegen leichte Sünden ist Gott langmüthig.(53.) Wie sollte zumal da, wo sich im schwachen Sterblichen Dankbarkeit gegen seine Güte regt, strafend ein- schreiten der Gott, welcher selbst dankbar und weise ist(4), der alle seine Geschöpfe mit seiner Güte erhält, jede Frucht in seiner Vorsehung berücksichtigt(41. 3. 9). Er, der anhört aller seiner Creaturen Lobgesang, je nach ihrer Art,„wird sich freuen über euch, so ihr dankbar seid.“(39.) Freilich ist im Vergleich zu anderer Geschöpfe Dank der Mensch undankbar, lieblos, wendet sich oft von Gott ab zu nichtigen Götzen(27. 16 und alle älteren Suren). Diese Abgötterei ist unverzeihlich(4), ebenso wie die Leugnung des zweiten Lebens(30). So wie die Einheit Gottes klar ist(112. 37. 44. 43. 17. 41. 40. 10), so drängt sich unserm Denken von selbst die Wahrscheinlichkeit des Jenseits, die Aufer- stehung als zweiter Schöpfung auf, begründet in der Schöpfungsthatsache(97. 86. 53. 78. 56. 50. 36). Zu dieser unserer Erkenntniss hat Gott seine Zeichen gegeben, seine Wunder geoffenbaret.(36. 41.) Was ist also leichter, als Gott zu erkennen? Was sündhafter, als ihn zu leugnen? Wie kommt es nun, dass doch so viel Irrthum, Götzendienst und Spal- tung der Wahrheit in der Welt herrscht? Nicht daher, dass der Wille geknechtet wäre; denn der gerechte Gott verlangt nur, was er fordern kann.„Ihr selber seid schuld, heisst es in S. 43 u. 10, an dem Elend; denn ihr seid verantwortlich, habt keinerlei Entschul- digung(78. 75. 36. 20) angesichts der unendlichen Langmuth Gottes, der in und um euch lauter Zeichen seiner Gottheit erweckt. Trotz aller Macht der Verführung und des


