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deke zuerst eingenommenen Standpunktes überzeugen können. Jedenfalls aber wird der Leser erkannt haben, wie schwierig es sei, die Grundanschauung des Muhammed zu be⸗ stimmen, sodass man sich gewiss nicht mit Anführung einzelner pelagianischen Koranstellen seiner Aufgabe entledigen kann. Eine vierte These über den fraglichen Gegenstand ist mir endlich aus der geschichtlichen Betrachtung erwachsen: Die Prädestinationslehre des Kordn, eine ursprüngliche Entlehnung aus dem Christenthum mit seiner Lehre von der Erwäühlung aus Gnade, hat letztere zu ihrer Wahrheit, ist erst durch den Miss- verstand Muhammed's zum Fatalismus karrikirt worden.
Wührend noch Schlegel die Originalität des Islam behauptet hatte, so hat Geiger die Wichtigkeit der jüdischen Einflüsse dargelegt, Sprenger eingehender auch die christ- lichen Einflüsse in der Rahmanperiode nach ihrer Wichtigkeit gewmürdigt. Das J adenthum bot wohl genug Anhaltspunkte für die Prädestinationslehre vgl. Es. 10, 22 f. Röm. 9, 29; zum Abschluss jedoch ist diese erst im Christenthum gelangt. Ist nun die Linfuhrung des Rahmän-Namens nach Sprenger nur aus christlichen Einflüssen herzuleiten, so liegt es doch schr nahe, die prüdestinatianischen Stellen des Koran als irrige Wiedergabe christ- licher Lehrsätze zu behandeln. Hat man einmal nachgewiesen, dass ein Vers der hl. Schrift wirklich im Koran citirt, oder wenigstens reproducirt ist, sollte dann nicht auch das Wort des Apostels Paulus Röm. 9, 18:„So erbarmet er sich nun, welches er will, und ver- stocket, welchen er will“ vgl. P. 33, 19, dem Propheten zu Ohren gekommen sein? (Vgl. Sur. 29. 35) Fand er nicht im Christenthum die Gnadenwahl unmittelbar mit der Gnade gelehrt? Um übrigens der Schwierigkeit Rechnung zu tragen, die bei dieser An- nahme sich erhebt, wonach Prädestinatianische Aussprüche des Korân erst den späteren Entwicklungsstadien des Islam eignen würden, während doch dieselben schon theilweise in den Anfang fallen, wie oben erwiesen, so müssten diese unbekannten früheren christ- lichen Einflüssen zugeschrieben werden. Kennt doch die Tradition wenigstens mehrere jüdische nicht blos, sondern auch christliche Sclaven, auch Mönche, als II amneds Um- gebung. Geben wir jedoch auch zu, dass auf Grundlage des dem Judenthum entlehnten absoluten Gottesbegriffs, mit Attributen, welche sehr leicht die Reaction der Heilig- keit gegen die sündige Creatur zu einem decretum aeternum des Allwissenden hinleiteten, Muhammed die Lehre von, der Vorherbestimmung grossentheils selbstständig ausgebildet haben könnte. Welches auch die Impulse des Christenthums rüchsichtlich dieser Lehre gewesen seien, vermag ich nicht zu entscheiden. Jedenfalls war ich berechtigt, oben den Einfluss des Christenthums zu berühren. So kann ich denn die Untersuchung abschliessen mit einer Zusammenstellung der Momente der korânischen Lehre, mit einer Parallele zweier verschiedenen Lehrtropen.
II. Darstellung der Lehre.
Um den Unterschied von der christlichen Lehre, besser gesagt: von der biblischen, einzuschen, brauchen wir nur die oft wiederkehrende Erzühlung vom Sündenfall S. 2, 30— 36 zu lesen. Auf den Fluch:„Einer sei des Andern Feind“ folgt:„Adam lernte darauf von Gott Worte des Gebets zun kehrte zu ihm zurück, denn er ist der Ver- zeihende und Barmherzige“. Damit will nicht stimmen die Ewigkeit der Höllenstrafen,
auch nicht die Satanologie des Korän. Der Eblis fällt aus hochmüthiger Weigerung, 9„ nn


