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nicht recht vertragen. Es würde zu sehr ermüden, alle die Stellen, die sich theilweise gleich klingen, unter denen besonders häufig wiederkehrt der Gedanke„Gott thut, was er will“, S. 22;„spricht rein, wen er will« S. 24;„rechtfertigt, wen er will“ S. 4; „er verzeiht, wem er will, und bestraft, wen er will“ S. 48 u. 5, u. a. hier aufzuführen und eingehender zu beleuchten. Wie oft ist nicht vom Schicksal der Dinge als einem ewig bestimmten die Rede S. 65. Gott der Anfang(„Alles ist von Gott“ S. 4) und das Ende aller Dinge(S. 22; die einschlagende Stelle lautet wörtlich v. 42 deo s. ad deum (est) finis s. exitus edictorum, sodann auch rerum, negotiorum. d. h. blos: Gott hat das Ende in der Hand. Er, der geboten, führt auch seine Edikte an's Ende, hilft also auch seinen Glaäubigen. Es ist ein Trost für die Gerechten im Kampf. Wir haben etwas anderes hier, als was Wahl hineingelesen hat.) Es mögen die prädestinatianischen Aussagen der medinischen Suren verhältnissmässig nicht häufiger sein, als in den älteren Bestandtheilen des Korân, so viel steht fest, dass die Vorherbestimmung in den Suren unserer Zeit auf den bestimmtesten, lehrhaftesten Ausdruck gebracht ist, dass sie so oft ferner und klar sich ausgesprochen findet, dass uns die in der Einleitung angeführten Ansichten der Orien- talisten fast unglaublich dünken. Nur der merkwürdigen Restriction des Satzes:„Alles ist von Gott“ sei gedacht, indem(S. 4) der Abschnitt fortfährt:„Wie kommt es, dass dieses Volk noch so weit davon ist, zu begreifen, was ihm gesagt wurde? Das Gute, das dir wird, ist von Gott; das Böse aber ziehst Du dir selbst zu“; wir gewahren hier im Zusatz ein Streben, bedenkliche Consequenzen, die sich von selbst aufdrängen, abzu- schneiden. Auffallend bleibt es dabei immer, dass Muhammed an anderen Stellen selbst derartige Schlussfolgerungen gezogen hat. Und so oft, dass wir ihm in seinem höheren Alter eine vorwiegend deterministische Lehre mit Recht beilegen. Von schüch- ternen Anfängen war dieselbe ausgegangen und zu einer Beherrschung der Wechselfälle des Lebens fortgeschritten. Anhänger Muhammed's ist zuletzt soviel, als erwähltes Kind Gottes, wenn auch dieser terminus im Korân fehlt, ja in gewissem Sinn unmöglich ist. Wir erblicken einen Dualismus, welcher nicht einmal auf Erden eine Vermischung duldet, während nach dem Christenthum alles der Krisis entgegenreift, sodass die Kirche auch die Ungereéchten in sich birgt.(Vgl. Matth. 13.) Durch alle Perioden der Suren- bildung ist der Wille Gottes als solcher die letzte Instanz, an welche das Denken appelliren kann, ein Wille allein, der nicht aus der inneren Heiligkeit Gottes hervorgeht, sondern im blosen Begriff absoluter Macht wurzelt; eine Willkür, welche uranfänglich im decretum aeternum erstarrt ist, an dem keiner Aeonen Macht und Geschichte zu rütteln vermag; kurz nichts anderes, als Fatum. Neben den häufiger vorkommenden Aussagen der Art finden sich viele Zeugnisse für die menschliche Willensfreiheit durch die Suren aller Perioden vertheilt und eingestreut, welche mit dem Postulate der Werkgerechtigkeit jegliche Gnade überflüssig zu machen scheinen, oder wenigstens diese auf einen Beistand Gottes in dem Ringen nach Vollendung im rationalistischen Sinne reduciren. Wäre nun weiter nichts durch diese historisch-kritische Untersuchung erzielt, als dass sie die Unhaltbarkeit der neueren Auf- fassungen unseres Gegenstandes, namentlich derjenigen von Weil und Sprenger nach- gewiesen hutte, so dürfte sie sich nicht als eine fruchtlose betrachten. Unten werden wir indess durch eine Nebeneinanderstellung der beiden den Korân durchziehenden Ansichten über die Erwählung und Bestimmung uns zur Genüge von der Richtigkeit des von Nöl-


