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merksam machen:„Das Urtheil ist bereits über die Meisten von ihnen gesprochen; daher sie nicht glauben können“(nach Ullmann), oder„sie sollen nicht glauben“(Wahl). Wört- lich:„jam vero constat firmum dictum supra plures eorum, neve isti fidant.“ Vgl. od πιο1ι bei Matth. 20, 28. Der Comparativ ist durch das suffix. person. determinirt, also mit„die Meisten“, oder„ihre Mehrzahl“ zu übersetzen. Daran reiht sich„vor und hinter ihnen haben wir Riegel geschoben und sie mit Finsterniss so bedeckt, dass sie nicht sehen kön- nen“. Und das Alles neben der viel gepriesenen vermeintlichen Willensfreiheit! Vgl. noch Sur. 17:„Jedem Menschen haben wir seinen Vogel an den Hals gebunden“, d. h. sein Geschick bestimmt(von der ominösen Bedeutung des Vogelflugs).— Nach S. 27 liegt die Disposition zu Glaube oder Unglaube bei der Verkündigung der„Leitung und frohen Botschaft“ als etwas Fertiges vor, während S. 18 gleich am Anfang sagt:„Wer will, der glaube; wer nicht will, der bleibe ungläubig“.
Aus den angeführten Stellen— den wichtigsten natürlich nur, die ich vorge- funden— ersehen wir, dass die Absolutheit Gottes, seine Urcausalität und sein ewiger Rathschluss, die Prädestination der Bösen zum Verderben, sowie die Zubereitung der Ge- rechten für die Seligkeit, die Erwählung der Propheten zur Verkündigung des göttlichen Willens, insonderheit Muhammed'’s, lauter Ansätze zu einer Dogmenbildung, in unserer Periode etwas mehr hervortreten'im Vergleich zu der der Reflexion abgewandten phantasie- reichen urkräftigen Offenbarungsweise der ersten Periode. Des Unvereéinbaren jedoch haben wir in ihr genug kennen gelernt, so dass wir nunmehr zur dritten Periode mek- kanischer Surenbildung übergeführt werden können, um schliesslich das Material der me- dinischen Suren zu ordnen. Diess natürlich nur in grösstmöglicher Kürze.
3) Die mekkanischen Suren der dritten Periode zeichnen sich eigentlich durch nichts von denen der früheren Zeit aus, bieten vielmehr mancherlei Wiederholungen des Schondagewesenen in matter, jedoch noch an den Enden langer Verse nachlässig ge- reimter Prosa, wesshalb ich mich damit begnüge, einige derselben nur namhaft zu machen. S. 32, 41, 30 u. 40, wo Wahl eine electio aus der massa perditionis ausgesprochen findet, dagegen Ullmann einen Theil der Strafe, nicht einen Theil der Frevler verstanden wissen will. Wörtlich:„apparuit corruptio terra marique propter ea, quae acquisiverunt manus hominum, ut gustanda ea daret(sc. deus) parti corum(eigentlich gustare ea faceret partem), qui operati sunt, ut“ cet. Es empfiehlt sich indess die Ullmannische Uebersetzung. Ferner S. 11, v. 20:„Si placuisset deo domino tuo, fecisset homines unam familiam s. gentem unius fidei... et hunc ad fidem eos creavit et firmum dictum domini tui: profecto sum impleturus“(sc. die Hölle mit Geistern und Menschen zusammen). Die Barmherzig- keit ist hiernach beschränkt, der Gegensatz von Gut und Bös haftet an der Geburt, der Mensch ist fertiges Individuum, nicht Person, schlechthin Exemplar seiner Gattung.
S. 40 zeigt, dass Muhammed neben der allgemeinen Erwählung der Moslemen zur Seligkeit vermittelst der„Leitung“ eine besondere unter diesen wieder zum Empfang der Geistesoffenbarung angenommen hat.(Vgl. die Charismata bei Paulus).„Er ist das höchste Wesen, Herr des Thrones, der seinen Geist herab befiehlt auf den von seinen Dienern, der ihm wohlgefällt, damit er die Menschen... warne“; wobei natürlich er an sich zu- nächst denkt. Prädestinatianisch sind noch einige Verse der SS. 28, 39, 42, 10, 35, 7 und 6, sowie 13, auf welche ich leider nicht nüher eingehen kann.


