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anhangenden adeligen Familie, des Koreischitenstammes, ungemein gelähmte sein. Es galt, den Widersinn, der darin lag, dass ein geistig noch unbedeutendes Glied dieses Stammes, welches noch mit den Mitteln der Subsistenz zu kämpfen hatte, ehe es die Gunst einer vermögenden Wittwe, seiner nachmaligen Gemahlin, gewann, ein junger, wenigstens für ein solches Werk unreifer Mensch sollte zum Reformator berufen, ein in sittlicher Hin- sicht keineswegs rein dastehendes, überdiess nur durch die Alltagswissenschaft des Ver- kehrslebens geschultes Menschenkind zum Propheten der absoluten Offenbarung auserkoren sein, es galt, sage ich, diesen Widersinn, wie er den Spott mächtiger Gegner hervorrief, durch den Begriff der Allmacht Allah's und die Lehre vom Gericht zu lösen. So flüchtet sich sogleich im Anfang der Prophet aus dem Gegensatz von Ideal und Leben, von Beruf und Wirklichkeit, in's Gebiet der Eschatologie. Die Unbeweisbarkeit religiöser Sätze, die Irrationalität mancher Offenbarungen, besonders der Behauptung, dass die absolute Wahrheit sich individuell begrenze, lässt ihn das theoretische Gebiet vermeiden und das der Phantasie betreten und so zum Hebel seines prophetischen Wirkens schwungvolle Gerichtsschilderungen wählen. So werden Furcht und Schrecken vor dem jüngsten Tage die Motive des religiösen Lebens. Trägt nun die erste Periode ein solches eschatologische Geprägoe, so begreift sich leicht, dass, wenn es darauf ankam zunichst Proselyten zu machen, keine für das menschliche Gemüth abschreckende und unerforschliche Gnaden- wahl gelehrt werden durfte, vielmehr der blosse Entschluss, den Schrecken des Gerichts zu entrinnen, als Selbstthat verantwortlicher Geschöpfe Gottes gemäss den Forderungen des geoffenbarten Gesetzes über Seligkeit oder Verdammniss entscheiden musste; sowie dass, wenn prädestinatianische Aussprüche vorkommen, dieselben nicht in ihrer ganzen Conse- quenz gefasst sein wollen, sondern mehr einer Verlegenheit des Handelns und Denkens ihren Ursprung verdanken. Immerhin sind solche Aussagen nicht selten: S. 74„Gott lässt irren, wen er will“ etc., was freilich restringirt wird durch den andern Vers der- selben Sure„Wer sich will mahnen lassen, den wird er ermahnen“; S. 68„Schrittweise wollen wir sie zu ihrem Verderben führen, ohne dass sie wissen, woher es komme“, nach Ullmann:„von einer Seite, woher sie es nicht erwarteten“......„denn mein Anschlag bleibt doch wirksam“. Wenn auch die wirklich prophetischen Gerichtssuren 101, 99, 82, 81 das Gericht als ein gerechtes darstellen, so enthält, im Gegensatz zur Lehre von der Autonomie des Willens, die letztere einen Ausspruch, der selbst den Willen und Vorsatz des Menschen unter die Causalität Gottes stellt.„Doch werdet ihr dies nicht wollen können, so es Gott, der Herr des Weltalls, nicht will“. S. 51„Doch nur der wendet sich vom Glauben ab, der sich abwenden muss“. So Ullmann. Weil:„der schwachen Verstand hat.“ Ich entscheide mich aus mehreren Gründen für jene nächstliegende Erklärung, die überdies ein vortreffliches Wortspiel gewährt: declinatur ab ea(fide), qui declinatus jam est.
Die von mir gegebene Uebersetzung, welehe das Perfect urgirt, stimmt auch mit dem folgenden Inhalte der Sure, in welcher zwar das Gericht als verschuldetes aufgefasst ist, jedoch die Verherrlichung der Schöpfung, resp. die Selbstverherrlichung Gottes in einen der Böhme'’schen Theosophie verwandten Dualismus ausmündet, so dass, wie alle Dinge sich differenziren zu dem Gegensatz von Licht und Finsterniss, Tod und Leben, und wie desshalb sich die Wahrheit des Daseins vollzieht in dem Zusammenschluss von Wahrheit und Unwahrheit, die Verdammniss der Ungläubigen das Substrat der Seligkeit der siegenden Gläubigen ist, diese also— mit nackten Worten— durch Schadenfreude


