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gängen das frühere gute Einvernehmen nicht wieder hergestellt werden. Ramsay liess sich fortan seine Speissen von seinem Koche bereiten, zu denen ihm übrigens Ludwig Heinrich von seinem besten Weine auf- tragen liess, sowie auch von Wittgenstein und Solms-Laubach Fässchen Moseler als Geschenke an ihn anlangten. Ein Leibesschaden, welcher durch die in Hanau empfangene Wunde verursacht war, und sich täg- lich verschlimmerte, und die mehr und mehr sinkende Hoffnung auf Befreiung machten jedoch den Zustand des Gefangenen immer bedenk- licher. Die furchtbaren Schmerzausbrüche, welche ihm sein Uebel aus- presste, und die Enthaltsamkeit, die er sich wegen desselben auferlegen
musste,— seine tägliche Nahrung bestand nur noch aus einigen Sem- meln, ein paar Eiern und etwas Wein— haben zu den Behauptungen
Anlass gegeben, er sei im Wahnsinn oder eines freiwilligen Hungertodes gestorben. Am 29. Juni 1639 erlag er seinen Leiden im fünfzigsten Lebensjahre. Er starb in den Armen seines treuen Dieners Georg Na- camus, als er gerade ein wenig Wein gekostet hatte, und ein Ei zu sich nehmen wollte. Sein Leichnam wurde einbalsamirt und seine Ge- mahlin in Schottland von dem erfolgten Tode benachrichtigt. Es wurde ihr freigestellt, die Leiche nach Erstattung der Ausgaben abholen oder in Dillenburg begraben zu lassen. Da sich die Entschliessung von Jahr zu Jahr verzögerte, wurde sie endlich im August 1650 in dem Chor der Stadtkirche zu Dillenburg beerdigt. Ein Grabstein mit der ein- fachen Verzierung eines Ritterhelmes bezeichnet die Ruhestätte des be- rühmten Kriegshelden, der bei seinen Zeitgenossen noch in dem beson- deren Rufe stand, der schönste Mann des schwedischen Heeres ge- wesen zu sein.
Graf Ludwig Heinrich wurde im Jahre 1652 in den Reichsfürsten- stand erhoben. Von da an regierte er noch zehn Jahre ⁶). Ihm folgte sein Enkel Heinrich, welcher neununddreissig Jahre mit Milde und in Segen geherrscht hat. Mit dem zweiten seiner Söhne, die ihm nach- einander succedirten, Christian— der erste hiess Wilhelm— starb im Jahre 1739 die Nassau-Dillenburgische Linie aus. Nun fiel das Fürsten- thurm an Nassau-Dietz, welches 1702, nach dem Tode Wilhelms von England, auch Erbe der niederländischen Besitzungen geworden war und den Namen Fürstenthum Oranien-Xassau angenommen hatte. Als auch die übrigen Fürstenthümer der Erblande an dasselbe gefallen waren, wurde die gemeinsame Regierung sämmtlicher wieder vereinigten Landschaften auf Schloss Dillenburg verlegt(1742).
Aus dieser ganzen Zeit ist nichts besonders Bemerkenswerthes,
*) Ludwig Heinrich ist auch der Erbauer von Ludwigsbronn, dem sog. nun wieder abgebrochenen„alten Haus“ und von Katharin enbronn. zu Ehren seiner Gemahlin so genannt, dem jetzigen„neuen Haus“ bei Dillenburg.


