Aufsatz 
Das Dillenburger Schloß / von August Spiess
Entstehung
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sonal. Was die Stunde der Mahlzeiten anlangt, so heisst es im Ent- wurf der Hausordnung von 1563:Sobald die klock zehen schlecht, wollen vnsere gnedige Herrschaft samt dem Frawenzimmer sich vff die Hofstuben(der Sommerbau existirte damals noch nicht) machen, vnd bis Ihre Gn. peten lassen, sollen die essen aus der Kuchen also warm vffgesetzt werden. Ursach: dieweil alles arbeitsvolk zu zehen vhren vff der Hofstuben sich finden lest, vnd so man dann umb halb Eilff oder sonst dafür oder danach anrichtet, verseumt ein jeder seine arbeit da- durch. Item abends zu fünf vhren desgleichen anzurichten. Den Un- derdrunk nachmittag vmb zwei Uhren zu haltten bis vmb halb dreien, was danach kompt, soll nichts empfangen. Den schlaffdrunk nach dem abentessen vmb halb acht vhren zu halten. Dan zu achten, soll ausgeklopfft vnd die thor wie vor alters zugeschlossen werden.

Aus einem Ueberschlage,was zur Haushaltung etc. von Nöthen zu bestellen ist, vom Jahre 1563 ersehen wir, was ungefähr alljährlich in die Küche des Schlosses kam. In demselben werden 90 Ochsen, 70 Landkühe, 160 Kälber, 100 Schweine, 300 Hämmel, 24 Tonnen Häringe, 2000 Hühner, 150 Gänse, 15 Centner Käse(von Deventer oder Grö- ningen) für nöthig befunden. Dazu kommt noch die entsprechende An- zahl von Spanferkeln, Lämmern, Ziegen, Kapaunen, Hirschen, Wild- schweinen, Rehen. Hasen, Feldhühnern, Wachteln, Krammetsvögeln, die aus der Grafschaft Dietz bezogen wurden, und eine Menge von Fisch- arten, 1730 Karpfen, 100 Hechte, ausserdem Salmen, Lampreden, Störe etc. Ausser dem holländischen Käse wird auch noch Parmesan- käse, Schaf- und Geisskäse, Limpurger und Westerwälder zur Anschaf-

fung notirt. Und doch betrug dieSumma aller Küchennothqurft auf das Jahr nur 3082 gl. 12 alb. Auch wieviel in einer Woche

consumirt wurde, ist aus den Acten ersichtlich; so war vom 21 29. Juni 1576vffgangen an Rindvieh 9 Stück, Kälber 15, Hämmel 11, Lämmer 5, Speck 295 Pfund, Dürrfleisch 10 Riemen, Bredaisch Fleisch 166 Pfund, Hühner 74, junge Hühner 50, Gänse 9, Spanferkel 5, Stock- fisch 115 Pfd., für 2 Rth. Platteisen, Grünfisch 69 Pfund, Karpfen 10. Pfund, 3 Stück Salmen, Butter 192 Pfund und Käse die unerhörte Masse von 344 Pfund. Dazu 1 Fuder 4 Ohm Wein und 3 Fuder Bier. Selbst Küchenzettel finden sich noch eine Anzahl in den Acten vor; so lautet derjenige vom 3. Juni 1576:Mittag: Weinsuppe mit Eiern, gebratene junge Hühner, Rindfleisch, Kalbskopf, Kalbsgebratenes, Reis, dürres Rindfleisch; zu Nacht, wo Gäste anwesend waren: Hühnersuppe, alte Hühner, Salat mit Eiern, Schinken, Barben, Kalbsgebratenes, Aepfel- muss, Gebackenes mit Eiern, Weingemüss, Salbeikuchen mit Eiern, Griesbrei mit Eiern, Krebs mit Eiern. Man sieht, derEierkäufer hatte, bei diesen sich wiederholenden Eierspeisen, sattsam zu thun. In's Backhaus werden im obigen Ueberschlag 468 Malter Korn