Aufsatz 
Das Dillenburger Schloß / von August Spiess
Entstehung
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Schnuren und Fransen; mit gleichem Stoffe waren die vier Lehnstühle überzogen. Auf einem zweiten Tische lag ein Teppich von rothem Sammt undSilbertuch und in den vier Fensternischen reichten Stücke carmoisinrothen Tuches zur Erde herab. Auch das Schlafgemach war mit Tapisserien und Teppichen, und weiter mit einem Lehnstuhle und einem Betthimmel, sämmtlich von grüner Farbe mit Goldverzierungen ausgestattet. Betten befanden sich bereits im Jahre 1583 im Ganzen 156 auf dem Schlosse, darunter 7 Herrenbetten,belegte 96.Darauf liegen, heisst es im Verzeichniss,an Personen jung und alt 146. Also mangeln 46 Personen, dass nicht vff jedem Beth zwo Personen liegen; dieser Personen seind etliche, als Gr. Georg, Amptmann vnd Hoffmeister, Buggrawe vnd Zeugwart, so nit zu zweien geordnet wer- den können. Das Verzeichniss der Leinwand aus dem Jahre 1613 führt u. a. an: 27 Dutzendgebildete und 5 Dutzend zwilchene Ser- vietten, 7 Dutzend gebildete Tischtücher, 20 Dutzend gebildete und 18 Dutzend gröbere gebildete Handzwehlen, 48 Paar feine und 16 Paar gemeine flächsene Leylachen, dazu 37 Paar grobe Schlaftücher, 26 Tisch- tücher und 50 Handzwehlenvors Gesind. Doch fühlte man das Be- dürfniss, den Leinwandvorrath zu vermehren. An Zinnwerk wird auf- geführt: 5 Dutzend grössere und kleinere Herrenschüsseln, 2 Dutzend zweite Tischschüsseln, 5 grosse englische Zinnschüsseln, 13 Deckschüs- seln etc.; dazu wurden angekauft: 6 Dutzend Anrichtschüsseln, 2 Dutzend Schüsseln für Käse und Obst, ½ Dutzend grosse Schüsseln zu Braten und Pasteten, 6 Dutzend Teller etc. Die vom Grafen Johann geleerte Silberkammer war indessen noch sehr kärglich bestellt; ein vergoldeter Willkomm, zwei Becher mit Deckeln, zwanzig hohe Becher, wozu im Jahre 1613 noch zwölf Löffel hinzugekauft wurden, sind alles, was dieselbe damals aufzuweisen hatte.

Die Gesellschaftslocale, in denen man auch speiste, waren der sog. Sommer- und Wintersaal, in deren jedem dreidoppelte ausgezogene und zwei kleinere Tische standen. Doch war der erstere Raum bei aller Einfachheit eleganter möblirt, da hier die Tische mit grünwollenen Tüchern überdeckt waren, und 40 grüne Lehnstühle sich in ihm befan- den, während der Wintersaal statt dieser nur 7 tannene Bänke, 3 Lehn- bänke und 9 einfache Lehnstühle aufzuweisen hatte. Die Hofordnung, der Burgfriede und die Jungfrauenordnung waren in beiden aufgehängt. Bei den Mahlzeiten nahmen die Herrschaften mit einigen höheren Die- nern den ersten grösseren, die übrigen Diener den zweiten, und der Mundschenk mit dem nõthigen Aufwärterpersonal den dritten dieser Doppeltische ein. Ausserdem aber war noch in andern Gemächern be- sonders gedeckt, imFrawenzimmer für weibliche Dienerschaft, in der Kinderstube für die jungen Herrschaften nebst Bedienung, in der Katzenstube für Dienstmägde, und in der Küche für das Küchenper-