Aufsatz 
Das Dillenburger Schloß / von August Spiess
Entstehung
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oder aber, da es die sache erfordern wird, bei vermeydung einer schweh- rern straff. In einem Artikelsbrief aus dem Jahre 1592 sind diese strengen Strafen jedoch schon vielfach gemildert, und der Berichtwie die wacht 1606 dahier zu Dillenberg den 20. Novembris angestellet vndt verbessert worden(allerdings für Friedenszeit) enthält unter an- dern die Bestimmung:Vndt welche schildwacht mit schlaffen oder sonsten falsch gefunden wirdt, soll des folgenden tags in die eissen ge- schlagen vnd andern zum spott des tags vber ahm thor verpleiben. Eine andere Strafe, welche aus dieser, mit einer Dosis Humor durch- würzten Abschreckungstheorie hervorgegangen, betraf diejenigen, welche sich Verunreinigung des Schlosses zu Schulden kommen liessen:Item welcher Soldat den Wall verunreinigen würde, derselbe soll andern zum abscheu gezwungen werden, denselbigen vnflat, weil heimlich gemach genug vorhanden, vndt damit keine Krankheit ins haus kommen möchte, in die hand zu nehmen vndt for das thor zu tragen, vndt soll der Trommelschläger die Trommel rührendt vor im hergehen, damit es also ruchtbar werde.

Noch pleibt uns übrig, einen Blick in die innere Einrichtung des Schlosses zu werfen, und sodann zu sehen, wie es mit Küche und Keller auf demselben bestellt war. Das ganze Schloss enthielt zu Anfang des siebenzehnten Jahrhunderts 77 grössere und kleinere möblirte und be- wohnte Zimmerräume, unter denen die Namen:Prinzengemach,des Probsten,des Fräuleins von Uranien,das Hanauische Gemach etc. auf frühere Bewohner derselben hindeuten. Unter den geringeren Zim- mern wird wiederholtdie Katzenstube erwähnt. Ein noch vor- handenes vollständiges Verzeichniss der Tapisserien, des Bettwerks und der Mobilien des Schlosses aus dem Jahre 1613 setzt uns in den Stand, einen Blick in die damalige Ausstattung desselben zu werfen. Diese war, wenn auch einzelne Zimmer mit Tapisserien versehen waren, welche u. A. dieHistoria vom Ulysses,Historia von Abraham,»Piscaria, Historia von Adam und Noye,von Nassaw, dieHistoria vom ver- lornen Sohn,vom Engel Gabriel, als er den Hirten erschienen,vom Leiden Christi etc. darstellten und deren Gesammtwerth auf 7100 Kronen veranschlagt war, durchweg höchst einfach. Drei Stücke wollene Rugentücher, zwei grüne Tischteppiche, ein langer Eichentisch mit Schubladen, ein zweiter Tisch und acht mit Leder überzogene Sessel bildeten z. B. das Möblement des Zimmers des Grafen Wilhelm Ludwig. Nur im Prinzengemach, welches Wilhelm der Verschwiegene bewohnt hatte, treffen wir noch die der Wohnung des Familienhauptes entspre- chende reichere Ausstattung. Dasselbe war mit acht Stückgelben und weissen, goldenen und silbernen Tuchtapisserien bekleidet; auch der viereckteHimmel über dem Tisch und der Teppich, welcher diesen bedeckte, warenvon silbernem und goldenen Tuche mit goldenen