20
Belagerungszeiten wohl auch vor Wassermangel geschützte Schloss war denn auch entsprechend armirt. Ein im April des Jahres 1607 aufge- stelltes Inventarium„über das Zeughaus vff dem Schloss Dillenbergk“ gibt folgende Waffenvorräthe an: 5 halbe Karthaunen„so eine an 28 Pfund schiesst“, 16, die 18 Pfund schiessen, 4 Feldstücke(1 ½ Pfd.), 15 eiserne Steinbüchsen, 9 Böller, 10 Petarden, 29 Kanonen, ein Karren mit 24 Röhren,„so ein orgelgescheiss genant wird“, 6 Falcaunen, 340 Doppelhaken. Ferner Pferdegeschirr zu Geschützen 39. Grosse eiserne Sprengkugeln 30, kleinere 78. Im oberen Stockwerk des Zeughauses in der Rüstkammer: weisse„Doppelsoldnerrüstungen“ sammt Sturm- hauben 111, gestreifte weisse„Doppelsoldnerrüstungen“ mit„Beintarschen“ und Sturmhauben 168, id. ohne Beintarschen 68, noch 51 Sturmhauben; schwarze Doppelsoldnerrüstungen 307, ohne Beintarschen 50 etce. Ganze „Kürass“ vor Reiter, mit Beintarschen 42, Kürass ohne Beintarschen 103. Alte Turnierkürass 3, alte„Trabharnisch“ mit Sturmhauben und ihrem Armzeug„bis vff den Ellenbogen“ 86;„vor die jungen Herrn Kürass“ 7. Musketen 469(sieben Schuh lang, grösstentheils mit„Lon- denschlössern“);„gemeine leichte rohr“ 1265; Pulverflaschen 361»„Pfar“. Bantelier 524; Sturmhauben(darunter mit Lilien und spanische) 485; „Bartesane“ 21, Hellebarden 120,„Federspiess“ 24, Schlachtschwerter 23,„lange Spiess“ 476,„halbe Spiess“ 27. Trommeln 10, Reiter- fahnen 2, Soldatenfähnlein 3,„Londen“ 70 Centner; Kugeln vorm Leug- haus: grosse eiserne Karthaunenkugeln 2008, Schlangenkugeln 840, grosse steinerne Kugeln 757, eiserne Kugeln zu Feldstücken von 8 Pfd. 161, von 6 Pfd. 76, von 5 Pfd. 436, von 2 Pfd. 981, noch kleinere 620. Ausserdem noch 1987 Kugeln. An Pulver war„vffm hauss hin und wieder“ und auf der Kirche vertheilt: 92 Centner Karthaunen- und 29 Centner Soldatenpulver.
49 Kanonen, Karthaunen, Feldschlangen von verschiedenem Caliber waren auf den Bollwerken und den sie verbindenden Kasematten ver- theilt.
Als Besatzung bei drohenden Einfällen fremden Kriegsvolks in das Land hielt man damals neben der gewöhnlichen Schlossbevölkerung 200 Mann für ausreichend, welche„damit Haiger, Herborn und Dringenstein mit ihrem eigenen Auszug könnten besetzt bleiben,“ aus den Aemtern Dillenburg und Ebersbach sich einzustellen hatten. Für diesen Fall waren zwei Kanonen vor dem Zeughaus aufgepflanzt, durch welche die umliegenden Ortschaften alarmirt wurden. Der Sammelplatz des Zuzugs war vor der Stadtkirche. Vermehrte sich die Gefahr, so sollte die Be- satzung verstärkt werden,„da man in den fünf Aemtern in die 1000 Mann zum Auszug hat.“ Charakteristisch ist der Schluss dieses„Be- richtes“ vom Jahre 1606: Weil aber in Gottes Wort geschrieben stehet, wan gott der Herr das Haus nicht bewahret, so wacht der wächter


