Aufsatz 
Das Dillenburger Schloß / von August Spiess
Entstehung
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kurzem aufgeräumt worden ist, die Einfassung dieses Brunnens auch gefunden hat. Derselbe hatte eine Tiefe von 186 Fuss und hielt im Grunde 8 Fuss Wasser; hier war er 8 Fuss breit, weitete sich aber in der Mitte bis zu 24 Fuss aus, während er sich nach obenhin wieder bis zu 6 Fuss verjüngte. In den Acten heisst es von ihm:Botz(der alte Brunnenmeister) hat es vff Herrn Vatters Sehligen(Johann des Ael- teren) Befehl vor langen Jahren selbst gemessen; es sollen in den Felsen viele Klüfften sein, dass ers mit erschrecken ansah. Drei Quellen wa- ren über dem Boden, die vom Heydenwäldchen herkommen. Doch halte ich dafür, weil der Zindelbrunnen, der vff der Schütten springt, dass es nitt frembd, dass von da einige adern herniterwärts sich erstrecken. Gerade über diesen Brunnen war vom obersten Schlosshofe aus der noch vorhandene Schacht geschlagen, von dem es in den Acten heisst:Es liegt auch hieoben in dem hoff fast in der Mitte ein alter Stein, der recht correspondirt vff den untersten und tiefsten Brunnen in dem Kraut- keller, welches Loch zu dem Ende soll gemacht sein, dass man in Brand- oder Nothzeiten, was man werth hat, in den Krautkeller eilends werfen können. Ein zweiter Brunnen in dem Backhaus war 70 Puss tief und 8 Fuss breit und enthielt 10 Fuss Wasser. Der drittebei der schmitte im Magdhaus jetzo Brauhaus genannt, war gleichfalls 70 Fuss tief und enthielt 36 Fuss Wasser. Der vierte, noch jetzt wohl- erhaltene hinter dem Stockhause, vierkantig, 39 Fuss tief, war, wie aus der Aussage des Brunnenmeisters Botz hervorgeht, ursprünglich zu einem anderen Zweck bestimmt:vndt dass Herr Vatter Seligen den- selbigen zu einem gefängniss hat wollen machen, denn er hat es nach- lassen müssen, von wegen des Wassers. Ausserdem waren auf dem Schlosse noch zwei Cisternen, die eine merkwürdiger Weise unter dem neuen Bau, 149 Fuss lang und 22 Fuss breit,helt itzo 5 Fuss Wassers, weil sie rinnt, hat vorher 9 gehalten. Diese Cisterne, zwar zur Zeit noch verschüttet, ist das Einzige, was vom neuen Baue noch vorhanden ist. Die andere Cisterne befand sich unter der sog. Heuscheuer, war 52 Fuss lang, 23 breit und hatte 5 Fuss Wasser. Und doch hielt man diese Wasserfülle nicht für alle Fälle ausreichend; denn in dem erwähnten Memorial wird in Bezug auf die vom Grafen Johann dem Aelteren entfernten Reservoirs die Bemerkung gemacht:Darumb noch bedenklich, ob das Regenwasser nit wiederumb durch dergleichen Kasten in die Cisterne geleitet werden solle, dieweil in zeit von Bela- gerung mit regenwasser gross secours diesem hausse geschehen könne. Später wurde auch noch mitten im untern Schlosshof ein Reservoir, die Wehde genannt, angelegt. Von ihr, wie von den Cisternen gingen noch vorhandene gewölbte Abzugskanäle in die Marbach, sowie in die mittlere und vordere Stadt.

Das auf diese Weise durch Natur und Kunst wohlbefestigte, in