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der grosse Maler Peter Paul Rubens geboren.— Uebrigens war Rubens, der Vater. nachdem er 1578 mit Weib und Kind nach Köln überge- siedelt, noch keineswegs seiner Verpflichtungen gegen die Grafen von Dillenburg enthoben. Noch war ein Theil der 6000 Reichsthaler, von welchen der Gattin die Zinsen als Unterhalt zugewiesen waren, in den Händen derselben, und in Briefen vom October 1782, welche an die Dillenburgischen Räthe Dr. Schwartz und Erasmus Stuer gerichtet sind, bittet er diese auf's dringendste, sich dafür zu verwenden, dass er nicht in's Gefängniss zurückkehren müsse.„Wenn ich“, schreibt er in la- teinischer Sprache,„zum Tode oder zum Kerker zurückkehren soll, so erwirket wenigstens, dass meiner Gattin das Geld wieder erstattet werde, damit nicht die Unschuldige mit den Kindern zugleich mit mir zu Grunde gehe.“ Ueberhaupt lebte die Familie damals in der allergrössten Dürftigkeit.„Wir sind,“ schreibt er in demselben Monat,„so arm, dass wir nicht einmal 100 Thaler aus unserer ganzen Habe zusammen- scharren können, und wenn uns nicht der allmächtige und gütige Gott mit seiner ganz besonderen Gnade zu Hülfe kommt, so müssen wir in kurzem Hungers sterben.“
Im Jahre 1577 wurde Schloss Dillenburg noch einmal die Zu- fluchtsstätte einer Anzahl in ihrem Glauben Bedrängter, nämlich der aus Wittenberg vertriebenen, des Kryptocalvinismus beschuldigten Pro- fessoren Pezel, Wiedebran, Moller, Crell und Cruziger, welche Graf Jo- hann sammt ihren Familien auf eigene Kosten aus Sachsen abholen liess. Nachdem sie den Winter 1577⁄161 bei Hofe zugebracht, und ein erhöhtes geistiges Leben an demselben hervorgerufen hatten, wurden sie grösstentheils in den Städten des Nassau-Dillenburgischen Landes als Geistliche und Inspectoren angestellt.
Indessen war Graf Johann nicht den ganzen Winter hindurch in Dillenburg anwesend. Im Jahre 1577 zum Statthalter von Geldern erwählt, begab er sich im Januar dorthin, und verblieb daselbst bis 1580, wo er seine Stelle freiwillig niederlegte, jedoch nicht ohne sehr erfolgreich bei der Constituirung des jungen niederländischen Nordstaates mitgewirkt zu haben. Er hat nämlich den hauptsächlichsten Antheil an der Stiftung der Utrechter Union im Jahre 1579; auch steht sein Name an der Spitze aller Unterschriften der Bundesurkunde.
Die Nachricht von dem an Wilhelm verübten schmählichen Meu- chelmord am 10. Juni des Jahres 1584 versetzte Schloss Dillenburg abermals in tiefes Leid. Der Gräfin Juliane war indessen dieser herbe Schmerz erspart worden; sie hatte 1580 im 75. Lebensjahre das Zeit- liche gesegnet, nachdem sie noch einmal von ihrer zahlreichen Nach- kommenschaft 120 Kinder, Enkel und Urenkel aus ihren beiden Ehen auf Schloss Dillenburg um sich versammelt hatte. Aber auch durch dieses erschütternde Ereigniss, durch welches die ganze Preiheitsbewe-


