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Jahre continuirt worden sei, wieder abgeschafft und die Freiheit des Vaterlandes gebührlich gehandhabt werde. Tags darauf brach er mit dem allmählig bis zu 11,000 Mann sich verstärkenden Heere nach den Niederlanden auf, unter günstigeren Auspicien, als beim ersten Peld- zuge, da er durch die„Meergueusen“ auch der Seemacht der Spanier begegnen konnte, und auf Frankreichs Hülfe rechnen zu dürfen glaubte. Es war das letztemal, dass er bei seinem Abzuge, von den Bergen sich zurückwendend, die Thürme und Zinnen seiner Geburtsstätte sah; fortan hielt ihn unausgesetzt seine Pflicht in den hartbedrängten Niederlanden fest. Doch liegt es nicht in unserem Zwecke, seine und seiner Brüder schwere, reichliche Opfer fordernde Kämpfe, seine stets gefahrumdrohte Lage, von der nächtlichen Erstürmung seines Lagers bei Mecheln an, wo er nur durch das Bellen seines auf dem Bette ruhenden Hündchens vom Tod oder von Gefangenschaft errettet wurde, bis zu den Tagen, wo er unter dem begeisterten Zuruf„Vater Wilhelm“ von den Bürgern der befreiten Städte empfangen wurde, sowie seine nunmehr beginnenden grossen patriotischen Schöpfungen weiter zu berühren, als sie zu den Bewohnern des Schlosses Dillenburg eine nähere Beziehung erhielten.
Die Nachricht von der Schlacht auf der Mooker Haide am 14. April 1574, in welcher die Grafen Ludwig und Heinrich von Nassau-Dillen- burg fielen, versetzte dieselben in die tiefste Trauer. Anfangs schenkte man den Gerüchten von ihrer gelungenen Rettung, welche flüchtige Soldaten nach Dillenburg prachten, Glauben, doch bald bestätigte sich nur zu sehr die doppelte Trauerkunde. Wilhelm selbst schrieb einen Trostbrief an seine tiefbekümmerte Mutter, auf welchen diese antwortete: „Ich kann von meiner Betrübniss nicht erledigt werden, bis mich der liebe Gott mit Gnaden von diesem Jammerthale zu sich nimmt, welches ich von Herzen begehre und bitte, dass dies bald geschehen möge.“ Dagegen wurde durch diese herben Schläge der Muth der Jugend nicht gebeugt. Die Söhne Johanns und seines Schwagers, des Grafen von Berg, welche seit Alba's Auftreten in den Niederlanden auf Schloss Dillenburg lebten, beklagten zwar in einem gemeinsamen Briefe an Wilhelm auf's tiefste den durch den Tod ihrer Oheime sie betref- fenden Verlust, gaben sich aber der zuversichtlichen Hoffnung hin, dass der gute Gott, der auch der Herr der Waffen sei, der gerechten Sache, zu der sie muthvoll ihre Hülfe anboten, den Sieg verleihen werde. Die Namen dieser jugendlichen Patrioten(sie zählten von 16—12 Jahre herab) sind: Hermann, PFriedrich und Oswald, Grafen von Berg, Wil- helm Ludwig. Johann und Georg von Nassau.
In den siebenziger Jahren, in welchen die fürstlichen Bewohner des Schlosses Dillenburg so schwere Opfer für die Befreiung der Nieder- lande brachten und durch die dortigen Kämpfe wiederholt in tiefe Trauer versetzt wurden, beherbergte dasselbe in einem seiner Gefängnisse auch


