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sches der Niederländer, welche unter ihr erfolgte, erhielt der Bund zwi- schen dem Fürsten und Volke zur Befreiung des Vaterlandes erst Be- deutung und seine eigentliche Weihe.
Den eifrigen Werbungen Wilhelms und seiner Brüder entsprach auch der Erfolg; aus Nassau allein strömten Soldaten so zahlreich zu den Fahnen, dass aus ihnen mehrere Regimenter gebildet werden konnten. Geistliche aus den Grafschaften meldeten sich zum Feldpredigerdienste. Nun brach zuerst Ludwig von der Ginsburg aus nach Ostfriesland auf. Die siegreiche Schlacht bei Heiligerlee forderte das erste Opfer aus dem Hause Nassau-Dillenburg; der junge Graf Adolph, Wilhelms Bruder, fand in derselben den Heldentod. Wilhelm selbst mit vier Kanonen. zwei Falkonetten und fünf Feldstücken aus dem Zeughause und mit hundert Pferden aus dem Marstalle des Dillenburger Schlosses versehen, erschien in Begleitung Johanns des Aelteren mit seinem Heere, welchem Fahnen mit der Devise:„pro lege, rege et grege“ oder dem Bilde des die Jungen mit seinem Blute tränkenden Pelikans voranwehten, am 5. September an der Maas. Gegen Herbst 1569 kehrte er aus diesem ruhmvollen, aber wegen des geringen Succurses, den er in den Nieder- landen fand, erfolglosen Kriegszuge als Bauer verkleidet mit nur sechs Gefährten nach Dillenburg zurück. Jedoch verweilte er, durch Schuld- forderungen häufig bedrängt, nicht lange daselbst; erst später, als diese Angelegenheiten einigermassen geordnet waren, finden wir ihn wieder auf dem Schlosse seiner Ahnen. Indessen war durch den unglücklichen Ausgang des Feldzugs und durch die drückenden Geldverlegenheiten der Muth der fürstlichen Brüder keineswegs gebrochen. In den Jahren 1570— 72 rüstete man wieder unausgesetzt. Die Nassau-Dillenburgischen Landschaften steuerten pereitwillig Kriegsabgaben bei; Graf Johann ver- pfändete abermals einen Theil seiner Besitzungen; auf dem Schlosse entkleidete man sich aller fürstlichen Pracht und beschränkte sich auf das allernothwendigste; man speiste fortan aus Zinn, während aus dem Silberservice in Köln 8000 Kronen geprägt wurden; Kleinodien und goldene Becher, Teppiche und Tapisserien wurden verwerthet und die gräflichen Frauen Juliane und Elisabeth, die Gemahlin Johanns, sowie auch die Kinder opferten ihre Ringe und ihr Geschmeide der von neuem versuchten Befreiung der Niederlande.
Bereits am 28. Juni 1572 rechtfertigte Wilhelm seinen aberma- ligen Feldzug bei dem Kaiser Maximilian II. in einem von Dillenburg aus datirten Schreiben, in welchem er versichert, dass all' sein Suchen und Begehren lediglich dahin gerichtet sei, die Niederlande zu Leistung des dem Könige, seinem gnädigsten Herrn, schuldigen Gehorsams anzu- weisen, und nur das zu erwirken, dass die unerhörte Albaische Inqui- sition, die zur Beschwerung der Gewissen mit Gewalt eingeführt und durch vielfältiges Würgen und Hängen der armen Christen nun vier


