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zeichneten eine Trauerandacht abgehalten; am 13. gaben Lehrer und Schüler ihm das letzte Geleit: der barmherzige Gott wolle in seiner Gnade das zerschlagene Herz der Mutter und des Vaters mit seinem Troste heilen!
In der Morgenstunde des festlichen 11. Juni verschied in noch nicht vollendetem 34. Lebens- jahre in Folge eines Lungenleidens unser Freund und College Herr Wilhelm Jahnke, geboren am 22. August 1845, nachdem er seit Ostern 1874 hauptsächlich als Religionslehrer in den oberen Klassen und als Ordinarius der Sexta in gesegneter Weise an unserer Anstalt gewirkt hatte. In der am 14. Juni, dem Tage seines Begräbnisses, abgehaltenen Trauerandacht wies der Unterzeichnete beson- ders darauf hin, wie der theure Entschlafene, ein geistiger Schüler Schleiermachers, das Wort desselben in seinem Streben, Wirken und Leben zu rechter Wahrheit gemacht:„Lebendig ist der Glaube in uns durch die That“. So, von dieser Herzensstellung aus, ist es ihm beschieden gewesen, auch in seiner nur kurzen Lehrerthätigkeit reiche Frucht zu schaffen; so erklärt sich sein sanftmüthiges, freundliches Wesen wie sein ernster Sinn, so seine wohlthuende Milde wie seine nie verletzende Strenge, so die Ruhe wie die Begeisterung in seiner Arbeit an der ihm anvertrauten Jugend, deren Wohl und Wehe er auf geradezu väterlichem Herzen trug. Seine Freunde, Collegen und Schüler be- wahren ihm Zeit ihres Lebens ein treues Gedächtniss in Liebe.
zin gleich treues Gedächtniss in Liebe bewahrt die Anstalt ihrem hochverehrten Proto- scholarchen, Herrn Geheimen Rath Denhard. Dem ÜUnterzeichneten hat es beim Hinblick auf das Wirken dieses theuren Mannes immer geschienen, als sei des Römers Wort: maiestas imperii est salutis tutela für seine der Anstalt zugewandte Fürsorge bestimmend gewesen. An dieser Stelle kann nur angedeutet werden, was er als Protoscholarch gethan. Seinem Einfluss ist es wesentlich zu danken, dass der grossartige Umbau der oberen, nach Süd und West gelegenen Räumlichkeiten des Gymna- siums erfolgt ist, dass in klarem Verständniss für die veränderten Zeitverhältnisse die Gehälter der Lehrer nach und nach so aufgebessert worden sind, dass bei Einführung des staatlichen Normaletats ein erheblicher Rückstand nicht vorhanden war— dass für Beschaffung von Lehrmitteln eine be- stimmte Etatsposition geschaffen worden ist dass die Restaurirung der parterre gelegenen Räum- lichkeiten in einer der Würde eines Gymnasiums der Gegenwart entsprechenden Weise ernstlich in Angriff genommen worden ist.— Wie vieles hat weiterhin so Mancher für seine Person oder für seine Angehörigen dem edeln Mann zu danken, der allzeit so gern geholfen hat, wo und wie immer nur er hat helfen können! Was aber insbesondere ihm Verehrung und Liebe gewonnen hat, welche Tod und Grab überdauert, dass ist der Adel seines Herzens, der ideale Sinn, der in ihm lebte, seine Begeisterung für das, was nicht nur jetzt, was immerdar gut, wahr und schön sein und heissen wird. Im Gefühl der lautersten Pietät hat das Lehrer-Collegium einen Kranz auf seinen Sarg gelegt; das Gedächtniss aber an sein treues Wirken lebt in unserer, der Lehrer, Herzen wie in der Geschichte der Anstalt unvergessen fort.— Im Anschluss an die Eröffnungsandacht nach den grossen Ferien wies der Unterzeichnete in einer kurzen Ansprache an die Schüler auf den schweren Verlust hin, den die Anstalt erlitten.
Der Festtag der goldenen Hochzeit Sr. Majestät des Kaisers und der Kaiserin hat unter den oben bezeichneten Verhältnissen nur eine beschränkte Feier gestattet. Dieselbe ward in der Aula in Gegenwart der Vertreter der Königl. und der städtischen Behörden derart begangen, dass nach dem Gesang des Liedes„Lobe den Herrn“ der Unterzeichnete versuchte, den Gedanken, Gefühlen und Gelübden Aus- druck zu geben, zu welchen der Festtag anregte. Seiner Rede folgte der Vortrag eines schwungvollen von Herrn Oberlehrer Dr. Reishaus verfassten Gedichtes„Zur goldenen Hochzeit“ durch den Ober- primaner F. von Tigerström.— Der 2. Theil des Aktus brachte einen sinnigen„Morgengruss“ kür Streichquartett von R. Dornheckter.(Gespielt wurde Violine von Range und Arendt aus IVa, Rubarth, Winter, Reimer aus IIIb, Düwell, Teichen, Koch aus IIIa, Koch und Roy aus IIb, Glasow, Scholz. Werner aus IIa, Fr Berg aus I.— Cello von Dornheckter aus V, Holm und Rubarth aus IVa, Rollmann und Düwell aus IIIb, Livonius aus I). Sodann Gounod's Méditation über das erste Präludium von Bach fuúr Violine, Cello, Clavier und Harmonium (gespielt von Fr. Berg aus I, Roy aus IIb, Range aus IVa Violine— Livonius aus I Cello.— Winter aus I Clavier— Kleinodt aus I Harmonium).
Da die Mehrzahl der Lehrer mit dem Unterzeichneten zu der Ansicht gekommen war, dass der Nachmittagsunterricht, besonders an den heissen Tagen, nicht so fruchtbar sei, wie es gewünscht
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