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Gleichzeitig schied aus dem Lehrer-Collegium Herr Dr. Wilhelm Fielitz aus, um als Oberlehrer einem Rufe an das Gymnasium zu Wittenberg zu folgen, nachdem er Michaelis 1866 seine Lehrerthätigkeit am hiesigen Gymnasium begonnen hatte. Der Unterzeichnete fühlt sich gedrungen, auch an dieser Stelle dem treuen und geschickten Lehrer das Wort aufrichtigen Dankes im Namen der Anstalt für all das Gute auszusprechen, das Derselbe im Laufe von 12 ½ Jahren durch die Gründlichkeit seines durch ein reiches Wissen unterstützten Unterrichts wie durch seine erzieherische Wirksamkeit in Geist und Herz gar vieler dankbarer Schüler gepflanzt hat.
Das Sommer-Sem ester begann am 17. April mit der hergebrachten Eröffnungsandacht und der Aufnahme der neuen Schüler.
Gleichzeitig trat als ordentlicher Lehrer Herr Sander in das Collegium ein.
Herr Karl Sander, geboren den 12. April 1846 zu Klein-Freden in der Provinz Hannover, hat seine Vorbildung auf dem Gymnasium Andreanum zu Hildesheim erhalten. Nachdem er von dieser Anstalt mit einem Reifezeugniss vom 30. März 1867 entlassen worden war, widmete er sich von Ostern 1867 bis Michaelis 1871 zu Göttingen, Leipzig und Berlin dem Studium der Philologie:; doch musste dasselbe infolge seines am 1. October 1870 erfolgten Eintritts in das 2. Garderegiment zu Fuss bis Michaelis nächsten Jahres unter- brochen werden. Während des Feldzugs gehörte er zu der vor Paris befindlichen mobilen Truppe. Von Michaelis 1871 bis dahin 1873 wirkte er sodann an einer Privatschule zu Unruhstadt in der Prov. Posen, in den nächsten Jahren vor und nach Absolvirung seines Examens pro fac. doc. als Hauslehrer und ging Ostern 1877 als Probandus und Hilfslehrer an das Gymnasium zu Stargard.
Da Herr Jahnke noch immer schwer leidend war, hatte das Wohllöbliche Scholarchat Mittel bewilligt, um die Herren Pastoren Franck und Bindemann, jenen zur Ertheilung des Religions- unterrichts in den Ober-Klassen, diesen zu der des hebräischen Unterrichts heranziehen zu können. Der Unterzeichnete nimmt auch an dieser Stelle die Gelegenheit wahr, den genannten Herren für die Bereitwilligkeit, die Interessen der Anstalt zu fördern. und für die treue Arbeit, die sie aufgewandt haben, den Dank der Anstalt auszusprechen.
Tiefe Trauer brachten die ersten Monate des Halbjahrs.
Am 8. Mai starb der frühere Oberlehrer der Anstalt, Herr Dr. Tetschke; am 11. Mai der Untersekundaner Axel Matthies; am 11. Juni der ordentliche Lehrer Herr Jahnke; am 11. Juli der Protoscholarch des Gymnasiums und Bürgermeister der Stadt, Herr Geheimer Rath Denhard.
Herr Dr. Wilhelm Tetschke, geb. den 13. März 1796 zu Hamburg, hat seine ganze Lehrerthätigkeit seit Ostern 1828 dem hiesigen Gymnasium gewidmet; über diese wie über seine Vor- bildung zu derselben vergl. Zober„Zur Geschichte des Strals. Gymn.“ 6. Beitrag S. 49 und das Pro- gramm von 1866 S. 21. Derselbe trat fast 70 Jahre alt Mich. 1865 in das otium cum dignitate zurück, nachdem„er sich in der langen Reihe von Jahren seiner Amtsthätigkeit durch Gewissenhaftigkeit und Treue die Anerkennung der hohen Behörden, durch Biederkeit und Lauterkeit der Gesinnung die Achtung und Freundschaft seiner Amtsgenossen, durch Milde und Freundlichkeit seines Wesens die Liebe aller seiner Schüler erworben hatte“. Der Unterzeichnete hatte die Freude, dem nunmehr Dahingeschiedenen am 13. März 1876 die Glückwüunsche der Anstalt zu seinem 80. Geburtstage dar- bringen zu können, und ersichtlich war es auch dem alten Herrn Collegen, dem dekorirten Kämpfer von 1813 und früheren Ordinarius von Quinta, eine grosse Freude, dass diesem Glückwunsch sich der des gegenwärtigen Ordinarius von Quinta, Herrn Sperling, Inhabers des eisernen Kreuzes von 1870, so wie der der gegenwärtigen Quintaner anschloss, welche ihre Wünsche durch die Söhne der Väter aussprachen, die vor Jahren Schüler des Jubilars gewesen waren. Kurz darauf war Der- selbe nach Anklam verzogen, wo er nach Vollendung seines 82. Lebensjahres sanft entschlafen ist. — Der Kranz, den das Lehrer-Collegium auf sein Grab gelegt, ist längst verwelkt; aber sein Ge- dächtniss bleibt lebendig in den Herzen seiner Collegen und seiner Schüler.
Tief erschüttert fühlten sich Lehrer und Schüler über den kurz darauf erfolgten Tod des Untersekundaners Axel Matthies. Nach einem kurzen Krankenlager von kaum drei Tagen ver- schied der 14 ½ jährige Knabe, anscheinend ein Bild blühendster Gesundheit, in Folge eines Scharlach- fiebers— der einzige Sohn, der den schwergeprüften Eltern geblieben war, ein überaus reich begabtes Kind, das zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, voll frischester Munterkeit, die ihm die Herzen seiner Lehrer und Mitschüler gewonnen hatte. Vor Beginn des Unterrichts am 12. ward vom Unter-


