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werden müsse, und da es ausserdem im Interesse der Schule liegt, dass dem Schüler eine möglichst zusammenhängende Arbeitszeit verschafft werde und zugleich ihm zur Erholung die Stunden frei- gelegt werden, welche am meisten geeignet dazu erscheinen d. h. im Sommer die späteren Nachmittags- und Abendstunden, so wurde beantragt, dass versuchsweise die Unterrichtsstunden, so weit es angehe, auf den Vormittag gelegt werden dürften. Nachdem die Ermächtigung dazu ertheilt worden, ist der Stundenplan so geordnet, dass sämmtliche Klassen am Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend von 7— 12 Uhr Stunde haben, desgleichen Prima und Sexta auch am Dienstag und Freitag; während die andern Klassen an diesen Tagen wegen des Confirmandenunterrichts nur von 7— 11 am obliga- torischen Unterricht theilnehmen; dass endlich alle Klassen ausser Sexta am Freitag von 2—4 unterrichtet werden. Der fakultative Gesang- und Turnunterricht wird am Montag und Donnerstag ertheilt, und zwar so, dass am Donnerstag von 5—6 sämmtliche Schüler von Prima bis Quinta. welche am Gesangunterricht theilnehmen, zur Uebung im Chorgesang erscheinen, am Montag von 5— 6 nur die, welche Tenor oder Bass singen, während Sopran und Alt seine Uebungen am Dienstag von 11— 12 hat. Der Turnunterricht wird für sämmtliche Schüler am Montag und Donnerstag von 6—7 abgehalten.— Diese Einrichtung scheint sich nach den bisher gemachten Erfahrungen zu empfehlen; insbesondere freut sich der Unterzeichnete berichten zu können, dass in der 5. Lehrstunde des Vormittags viel mehr geistige Frische und Sammlung vorhanden ist, als bisher in jeder der beiden Nachmittagsstunden, und dass von einer Ueberspannung der geistigen Kraft nicht die Rede sein kann, trotzdem dass das für die Pausen zwischen den Lehrstunden gesetzlich vor- geschriebene Mass nur um ein Geringes hat überschritten werden müssen: die erste Lehrstunde dauert 55 Minuten, jede andere 50.
Wegen Mangels an Theilnahme hat von der sogen. Ferienschule seit Jahren zum ersten Mal Abstand genommen werden müssen d. h. von jener Einrichtung, nach welcher Schüler der unteren und auch mittleren Klassen gegen ein mässiges Entgelt unter Aufsicht eines Lehrers täglich zu einer bestimmten Stunde ihre Ferienarbeiten anfertigen oder sonst wie nützlich beschäftigt werden. Leider muss konstatirt werden, dass der Ausfall dieser Einrichtung nicht ohne üble Folgen geblieben ist.
Wegen einer Badekur war der Zeichenlehrer Herr Knaack während des Monates August beurlaubt.
Am 11. August unterzog der vom Königl. Ministerium abgeordnete Turnlehrer Herr Eckler den Turnunterricht einer Inspection. So befriedigend die Uebungen auch trotz der misslichen Verhältnisse ausfielen, unter welchen diese gegenwärtig betrieben werden, so konnte doch nicht ver- schwiegen werden, dass, wenn überhaupt etwas wahrhaft Erspriessliches erzielt werden sollte, die Beschaffung einer Turnhalle durchaus nothwendig sei. Der Unterzeichnete pflichtet dieser Ansicht um so mehr bei, als er der Ueberzeugung ist, dass die Höhe der Kosten, welche gegenwärtig allein für den Betrieb des Winterturnens von der städtischen Behörde aufgewendet worden, in keinem Verhältniss zu dem steht, was bei mässiger Erstreckung des Etats unbedingt geleistet werden kann.
Am 23. August ward die Schule ausgesetzt, um sämmtlichen Schülern die Möglichkeit zu bieten, mit ihren Lehrern einen Ausflug zu unternehmen. Die Primaner und Obersekundaner ver- brachten diesen Tag in Grimmen, die Untersecundaner und Tertianer in Putbus, die Quartaner und Quintaner in Devin, die Sextaner auf dem Bock.
Das schriftliche Abiturienten-Examen hat in der Zeit vom 25. bis 30. August
stattgefunden. Zur Feier des Sedantages fand zunächst im Thaliagarten von 2 Uhr an eine musikalische
Aufführung mit folgendem Programm statt: I. Theil: Vierhändiger Marsch von Franz Schubert.
(Primaner Hans Winter und Arthur Wegelj.)„Des deutschen Jünglings Gebübde“ für Chor mit Pianobegleitung von O. Knauer. Arie für Violoncello mit Pianobegleitung von Pergolese. (Tertianer Jul. Rollmann und Primaner Gust. Möllhusen.) Duett für Sopran und Alt mit Pianobegleitung von O. Knauer. Concert-Etüde für Piano von A. Goria.(Primaner Gust. Möll- husen.) Cavatine für Violine und Piano von J. Raff.(Primaner Fr. Berg und E. Kleinodt.) Polka für Zither von G. Füsslen.(Ober-Sekundaner Ernst Lobeck.) Wanderlied für Chor mit Pianobegleitung von O. Knauer.— II. Theil: Vierhändiger March von Franz Schubert.(Primaner Hans Winter und Arthur Wegelj.)„Freiheit, die ich meine“ für Chor von Karl Gross. Adagio


