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die einzelnen Theile der einzelnen Verse zu verknüpfen.— Der Römer war aber nach dem ganzen Charakter seiner Heimathsprache von Hause aus schon in seiner Redeform durch bestimmte Gesetze darauf angewiesen, Verbindungen nicht nur nicht zu verschmähen, sondern sogar möglichst sie zu suchen.— So hat denn Properz auch die einzelnen Gedanken nie ängstlich eingeschlossen in den festen Rahmen der einzelnen Verse oder Distichen, sondern er führt sie sehr oft in längeren Perioden gleich durch mehrere Distichen hindurch, aber— und das unterscheidet ihn zu seinem Vortheil von der obenerwähnten Weise des Kallimachus— mit der bestimmten Beschränkung, dass er die Theile der Periode einschliesst in die einzelnen Distichen und das Ende der ganzen Periode zusammenfallen lässt mit dem Ausgang des Pentameter. Nie kommt es vor, dass ein neuer Satz mitten im Verse anfängt, ausser wenn Properz mit guter Absicht es thut, indem er es darauf anlegt, Ohr und Geist des Hörers zu spannen in Erwartung von irgend etwas besonders Wichtigem, wie etwa V. 7. 53: 51. juro ego Fatorum nulli revolubile carmen, tergeminusque canis sic mihi molle sonet, 53. me servasse fidem.— si fallo, vipera nostris sibilet in tumulis et super ossa cubet. und sonst.—
Wenn also im Allgemeinen behauptet werden darf, dass Properz bemüht gewesen ist, seine Rede mit dem Metrum in Harmonie zu bringen, so kann es auch nicht Wunder nehmen, dass bei ihm jener sogenannte α‿αναμν d. i. die Aehnlichkeit zweier aufeinander folgenden Redeglieder, wie besonders Tibull sie liebt, ziemlich häufig zur Anwendung kommt, indem er den Gedanken, der im Hexameter eigentlich schon abgeschlossen war, im Pentameter noch wieder aufnimmt und erweitert. — Gleich in der allerersten Elegie haben wir dafür mehrere Beispiele, wie v. 3. u. 4:
tum mihi constantis dejecit lumina fastus et caput inpositis pressit Amor pedibus— und v. 5. u. 6: donec me docuit castas odisse puellas inprobus et nullo vivere consilio— und v. 11. u. 12: nam modo Partheniis amens errabat in antris, ibat et hirsutas ille videre feras.— und v. 21. u. 22: en agedum dominae mentem conyertite nostrae, et facite illa meo palleat ore magis.— u. S. w. u. S. W.
Dieser Parallelismus wird häufig schon durch die äussere Gestalt der Verse angezeigt, indem die prädicativen Infinitive, wie in dem eben citirten Gedicht bei v. 3. u. 4., die vorletzte Stelle sowohl im Hexameter wie im Pentameter einnehmen, wofür eine Menge von Beispielen sich beibringen lassen. z. B. I. 5. 3. u. 4:
quid tibi vis, insane? meae sentire furores? infelix, properas ultima nosse mala— und I. 6. 3. u. 4: cum quo Rhipaeos possim conscendere montes, ulteriusque domo vadere Memnonia:—


