Aufsatz 
Properz in seinem Verhältniss zu dem Alexandriner Kallimachus / Sperling
Entstehung
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entsprechend, durch ähnlich auslautende Worte zu schliessen, hat Properz offenbar von den Alexan- drinern angenommen. Denn obgleich alle griechischen Elegiker, wie Johann Nicolaus Bach in seiner Historia critica poesis Graecorum elegiacae(p. 17. flg.) an einer Menge von Beispielen gezeigt hat,. diesen usus mehr oder weniger befolgt haben, so waren es doch die Alexandriner, welche ihn erst, recht ausgebildet und den Dichterepigonen als ein zu beobachtendes Gesetz überliefert haben. Von vornherein mag er daraus hervorgegangen sein, dass die Dichter, um die beiden getrennten Halbverse des Pentameter wieder fest zu verknüpfen, an das Ende des einen die Substantiva und ans Ende des andern die entsprechenden Adjectiva zu setzen pflegten.

Wenn Properz nun auch im Allgemeinen an den Versen des Kallimachus seine Vorbilder gehabt und das aus ihnen Gelernte erst auf den römischen Versbau übertragen hat, so irren doch diejenigen, welche aus den mannigfaltigen Aehnlichkeiten zwischen beiden abnehmen, dass die Distichen des einen vielleicht vor denen des andern keine Vorzüge hätten. Da, wo der Charakter der latei- nischen Sprache oder das Wesen der Elegie, für welches Properz gewiss das feinste Verständniss hatte, es erforderten, hat er durchaus keinen Anstand genommen, von dem Beispiel seines Vorbildes abzuweichen und seine eigenen Wege zu gehen, nicht gerade zu seinem Schaden gegenüber dem Alexandriner. Seiner Heimathsprache, welcher durch den Ueberfluss an langen Silben eine gewisse Schwere und ein gewichtiger Ernst innewohnt, war er natürlich gezwungen insofern Rechnung zu tragen, als er dem Spondeus sowohl im Hexameter als auch im Pentameter ein viel weiteres Feld einräumen musste, als Kallimachus, bei welchem der Dactylus mit Vorliebe Verwendung gefunden hatte. Manche Verse bei Properz bestehen, mit alleiniger Ausnahme des fünften Fusses, nur aus Spondeen, wobei er freilich wohlweislich Sorge getragen hat, dass derartige Verse sich nicht häufen, weil sonst leicht dem Wechsel des Rhythmus Abbruch geschehen wäre und Eintönigkeit Platz gegriffen hätte. Properz hat vielmehr sehr gut es verstanden in die Bildung seiner Verse die nöthige Abwechse- lung zu bringen. In den bei weitem meisten Hexametern sind lange und kurze Silben derartig ver- bunden, dass unter 6 Versfüssen neben 4 Spondeen sich 2 Dactylen finden, von denen der eine im ersten, der andere im fünften Fusse stehen, in der Weise, wie wir sie gleich im 3. Verse der 1. Elegie haben:

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tum mihi constantis dejecit lumina fastus, welche Verbindung, wie Hertzberg(Tom. I. p. 182.) dargethan hat, ohngefähr den siebenten Theil sämmtlicher Hexameter ausmacht.

Dass bei Properz die starke Cäsur der Penthemimeris peinahe gesetzlich geworden ist, während sie bei Kallimachus meistens der schwächeren zaærd zotror rooxaioy hat weichen müssen, hat jeden- falls auch seinen Grund in dem Charakter der lateinischen Sprache, wie ja die gleiche Erscheinung auch bei Ovid und den übrigen römischen Elegikern sich zeigt.

Andere Unterschiede aber zwischen den Versen des Properz und denen des Kallimachus sind offenbar aus der eigensten Absicht des Römers entsprungen, der in verständnissinnigem Gefühl sich bemühte, das Metrum anzupassen dem Wesen der Elegie, bei der dasAufsteigen der Empfindung und zugleich das Verhauchen und Sinken derselben im Distichon ausgedrückt werden soll. Nach unserm Dafürhalten ist das dem Properz mehr gelungen, als es nach den erhaltenen Resten ihrer Werke bei Kallimachus und den übrigen Alexandrinern der Fall gewesen sein muss. Es ist die Natur des Hexameter, dass er, zuerst mächtig und wuchtig sich erhebend, um die Mitte im Auf-