Aufsatz 
Properz in seinem Verhältniss zu dem Alexandriner Kallimachus / Sperling
Entstehung
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Verse für das Ohr angenehm machen konnte. Den Hiatus hat er nach dem Beispiele des Kalli- machus nicht anders sich gestattet als in der starken Cäsur der xeερνεονmε, wobei der Hiatus nicht so hervortritt. z. B. IV. 7. 49:

sed thyio thalamo aut Oricia terebintho oder III. 15. 1:

O0 me felicem! o nox mihi candida! et o tu.. oder III. 32. 45:

haec eadem ante illam impune et Lesbia fecit. u. S. w.

Ebenso ist Properz dem Muster des Kallimachus gefolgt, indem er das Zusammenfallen zu vieler Consonanten sorgfältig vermeidet und dadurch seine Sprache vor mancher Härte bewahrt. Weniger geglückt aber ist ihm die Anwendung der αeďνααιαασσ d. h. die Vereinigung zweier Silben in eine durch Geνναααοεασις, οαος oder elisio. Nach dieser Seite hin haben seine Elegien manches zu leiden, wenn z. B. Properz die letzte lange Silbe eines Wortes elidirt durch eine nachfolgende kurze Silbe, was vielfach geschieht, so V. 1. 89:

dixi ego, cum geminos produceret Arria natos, und V. 7. 36;

sensi ego, cum insidiis pallida vina bibi, und V. 8. 81:

indixit leges. respondi egolegibus utar. u. S. wW. oder wenn durch Elision ein einsilbiges Wort, in welchem womöglich der Hauptgedanke und Gegen- satz beruht, in einer nachfolgenden kurzen Silbe für das Ohr fast ganz und gar verloren geht, wie III. 25. 9:

at me ab amore tuo deducet nulla senectus, und III. 18. 19:

at tu etiam juvenem odisti me, perfida, cum sis

u. S. w. u. S. w.(cf. Hertzberg Tom. I. p. 179.) oder wenn durch Wegfall des Consonanten mn der àναανμQεq die gewöhnliche Cäsur der ενοννμ*ε aufgehoben wird, wie III. 24. b. 23:

contendat mecum ingenio, contendat et arte, und III. 17. 11:

quem modo felicem invidia admirante ferebant. u. s. W.

Diese Mängel sind jedoch grösstentheils der Eigenthümlichkeit der lateinischen Sprache zuzu- schreiben, die den Gebrauch der Synaloephe häufig verlangt, da zahlreiche Worte auf Vocale aus- laufen oder mit dem Semivocal m endigen.

Doch zurück zur Vergleichung der Verse unserer beiden Dichter! Offenbar hat Proper⸗ dem Kallimachus es abgelernt durch Verwendung von längeren Worten dactylenreiche Verse, besonders dactylische Hexameter zu bilden und dadurch zu vermeiden, dass der Rhythmus zu oft unterbrochen wird durch Anhalten des Athems hinter den einzelnen Wortausgängen. Man findet bei Properz nicht selten Verse mit Worten von 8 Moren, wie I. 20. 31:

jam Pandioniae cessit genus Orithyiae und V. 1. 3: idem Agamemnoniae ferrum cervice puellae u. s. w.