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seine Distichen seine Landsleute an, bei aller Bedrängniss der Zeit den Muth nicht sinken zu lassen. Mimnermus, den das Alterthum für den Meister in der erotischen Poesie erklärt, feierte einmal in seinen Elegien die leidenschaftlich, aber ohne Glück, von ihm geliebte Flötenspielerin Nanno, dichtete daneben aber auch Elegien historischen Inhalts, wie die auf den Kampf der Smyrnäer gegen den Lyderkönig Gyges.
Wenn nun auch die Elegie schon dreifache Wege eingeschlagen hatte, indem sie einmal Klagelied war, dann öffentliche Angelegenheiten sich zum Gegenstand nahm, endlich als Liebeslied auftrat, so War sie doch noch weit davon entfernt neben der lyrischen Dichtung als gleichbedeutend dazustehen. Das geschah erst ohngefähr zur Zeit des peloponnesischen Krieges. Damals schrieb Antimachus von Kolophon ein umfangreiches elegisches Gedicht 4 ε*, durch welches er einen bedeutenden literarischen Einfluss gewann und besonders der späteren alexandrinischen Kunstdichtung ihre Bahn vorzeichnete, — Der Name des Gedichts weist schon darauf hin, dass der Gegenstand desselben die Verherrlichung seiner Geliebten, Lyde, ist. Er verflocht aber in dieses sein Liebeslied zugleich eine Unmasse der oft dunkelsten und möglichst weit hergeholten Mythen und Fabeln, die zwar von seiner grossen Be- lesenheit und gewaltigen Gelehrsamkeit Zeugniss ablegen und für die Alterthumsforscher späterhin eine höchst willkommene Fundgrube wurden, aber seinen Werken eine solche Gestalt geben, dass man nicht gerade einen allzugrossen Ueberfluss an Dichtertalent bei ihm vermuthen darf.— Trotzdem fand seine Weise Anklang, und kam durch ihn gewissermassen ein ganz neuer Stil in die elegische Dichtung. Man ahmte seinem Beispiele mit mehr oder weniger Geschicklichkeit nach, und besonders die beiden Alexandriner, Kallimachus von Kyrene und Philetas von Kos, verfassten ihre Elegien im Genre des Antimachus, das sie ihrerseits noch weiter ausbildeten.
Es darf nicht Wunder nehmen, dass sie auf diesen Weg geriethen. Fehlte es ja. nachdem Griechenland von dem Gipfel seines Ruhmes gestürzt war, gar zu sehr an Stoffen, welche dichterische Begeisterung hätten hervorrufen können. So entstanden denn, gegründet auf sorgfältiges und ein- dringliches Studium der vorhandenen Schätze, jene durch die Fülle der darin niedergelegten mytho- logischen und sonstigen Gelehrsamkeit und vor Allem durch die künstlerisch-geschmackvolle Sprache ausgezeichneten Werke, durch die Kallimachus und Philetas ihren Dichterruhm begründeten und ihr Vorbild Antimachus weit übertrafen.
Diese Art der Elegie sagte aber ganz der Natur des römischen Volkes zu und wurde von seinen Dichtern mit allem Eifer ergriffen. Sie hatten die Werke der um Emendation und Inter- pretation der alten griechischen Literatur hochverdienten Alexandriner, durch deren Vermittelung sie uberhaupt erst mit allen jenen herrlichen Schöpfungen eines Homer, Hesiod, Alcäus, Pindar, Sopho- kles u. s. W. bekannt geworden waren, aufs eingehendste studirt und dabei in ihren Geist so sehr sich hineingelebt, dass sie schliesslich ganz in deren Sinne zu fühlen und das Gebotene zu würdigen sich gewöhnten. Sie fanden darum auch an den von den Alexandrinern selbst verfassten Gedichten das grösste Wohlgefallen.— So erklärt es sich, dass Properz in seinen Elegien die Art der alexan- drinischen Dichter, insonderheit des Kallimachus, im grossen Ganzen wiedergegeben hat. Das wird auch einstimmig von Allen, die dem Properz ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben, zugegeben, soweit es sich um die Liebeslieder desselben handelt. Anders aber verhält es sich mit den Gedichten des fünften Buches(nach der Recension Lachmanns), in denen Properz, wie er selbst sagt, seine ganze dichterische Fähigkeit dem Dienste des Vaterlandes widmen will(V. 1. 59 in der Hauptschen Ausgabe):
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