Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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Ausser den schon erwähnten Geschenken übersendete mir noch Herr Pfarrer Ebert in Cassel seine eben erschienene Schrift über die Baustätten des evangelischen Vereins der Gustav-Adolphs-Stiftung, Cassel 1857, als Festgeschenk; Herr Theodor Hunrath, Criminal-Gerichts-Expedient zu Fritzlar, einst Schüler des hiesigen Gymnasiums vom Herbst 1831 bis Ostern 1839, cinen deutschen Lorbeer- d. h. Eichenkranz mit einem Gedicht; mein lieber Vetter, der eben promovierte Herr Doctor der Medicin, W. Kop- pen, Schüler des hies. Gymn. vom Herbst 1847 bis Ostern 1853, überreichte seine Dissertation: Beobachtungen über Ansammlung von Flüssigkeit in der Trommelhöhle Neugeborner; Herr Pfarrer Altmäller von Ropperhausen, Schüler des hiesigen Gym- nasiums vom Herbst 1837 bis Herbst 1844, überbrachte mir etwas später als Festgeschenk seine neu erschienene Schrift: Das Erntebüchlein. Göttingen 1857. Ausserdem erhielt ich aus der Nähe und Ferne sehr viele mir werthe Gläckwünschungsschreiben und Ge- schenke von theuern Verwandten, Freunden und mir als ehemalige Schüler oder in anderer Weise nahestehenden Personen. Aber, da diese nicht in die Oeffentlichkeit hervorgetreten sind, so wage ich sie nicht, so sehr sie mich persönlich mit dankbarer Freude erfüllt haben, an diesem Orte einzeln zu bezeichnen.

3 Das Winterhalbjahr hindurch ging die Wirksamkeit der Anstalt in regelmässiger und im Ganzen für mich erfreulicher Weise fort. Nur im späteren Theil des Winters erkrankten mehrere Lehrer, G.-L. Lichtenberg zu zweien Malen mehrere Wochen, ich selbst auf 2 Tage, auch die G.-L. Dr. Wiskemann und Spangenberg wenige Tage. Aber leider entriss uns auch der Tod wieder einen Lehrer. Herr Ferdinand Rund- nagel, Lehrer des Gesangs am hiesigen Gymmasium, erkrankte kurz vor dem Anfang der Weihnachtsferien, die vom 23. December bis zum 4. Januar dauerten, und starb am 1. Januar Abends. Am 4. Januar war die Leiche, bei welcher, ausser dem geistlichen Inspector Herrn Cousistorial-Rath Pfaff auch der Unterzeichnete eine Rede zum An- denken des Verstorbenen hielt und der Liederkranz mit einigen der hier anwesenden Gymnasiasten Gesänge am Grabe aufführte. Der Verstorbene war geboren zu Hersfeld den 12. Januar 1806 und erhielt seine Ausbildung in der Musik durch seinen Vater und die hier dargebotenen Auregungen sowie durch einen kurzen Aufenthalt in Fulda, wo er den Unterricht des damaligen Cantors Henkel, eines geschickten Musikers, genoss. Im Herbst 1833 wurde der Gesangunterricht am hiesigen Gymnausium eingeführt und Run dnagel, schon Organist der Stadtkirche, mit der Ertheilung desselben beauftragt. Seitdem hat er durch seine Geschicklichkeit und seinen unermüdeten Eifer wohlchätig für die Bil-