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mochte, und konnte nicht umhin, am Schluss der Feier den durch die NMacht des Augen- blicks in mir zunächst hervorgerufenen Gedanken und Empfindungen einen Ausdruck zu geben, indem ich meinen innigen Dank gegen die Anwesenden und Glückwünschen- den, besonders die hiesigen Collegen, namentlich meinen ältesten Collegen Dr. Deich- mann, der mir stets treuen Beistand geleistet hat, dann auch gegen die Collegen der übrigen Gymnasien aussprach, aber zugleich das Bekenntniss ablegte, dass ich das, was ich etwa geleistet habe und was ich geworden bin, nicht mir, sondern der Gnade Gottes verdanke, dessen gnädige Führungen und Weisungen ich in meinem Leben klar erkannt, aber nicht immer so, wie ich sollte, befolgt habe. Vor Allem aber, äusserte ich, müsse die freudige Wahrnehmung, dass die Bedeutung der Gymnasien und ihr Einfluss auf das Leben immer mehr Anerkennung finde, uns mit der Hoffnung erfüllen, dass diese An- stalten in naher Verbindung mit den übrigen, besonders den höheren Unterrichtsanstalten des Landes, durch eifriges und treues Zusammenwirken in Einem Geiste, aber in freier Manmigfaltigkeit unter der Obhut unseres allerdurchlauchtigsten Landesherrn und unter der Leitung einer einsichtsvollen und sorgsamen Oberbehörde ihrer hohen von Gott gegebenen Bestimmung, soweit es menschliche Bestrebungen vermögen, stets fortschreitend entsprechen und unter göttlichem Segen immer reichere Früchte für Vaterland und Kirche tragen werden.— Die Feier im Gymnasium wurde mit zu diesem Feste besonders ge- dichteten Gesängen und Chorälen unter der Leitung des Gesanglehrers Rundnagel, wie begonnen, so geschlossen.
Am Mittag fand im Vereinsgebäude ein grosses Festessen von mehr als 300 Gedecken Statt. Die drei Herren Mitglieder des zur Vorbereitung dieser Feier zusammengetretenen Comités, Herr Landrath Auffarth, Herr Commerzienrath Aug. Braun(Schüler des hiesigen Gymnasiums von Neujahr 1833 bis Ende Mai 1836) und Herr Kaufmann K. Wen- delstadt, holten mich zu dem Mahle ab, an dem nicht bloss eine sehr grosse Zahl der Einwohner hiesiger Stadt, sondern auch viele Fremde Theil nahmen. Abends wurde von einem sehr grossen Theil der Versammlung und den hinzugetretenen Gymnasial- Schülern dem ältesten Lehrer des Gymnasiums, Herrn Dr. Deichmann, ein Lebe- hoch mit Musik vor seinem Hause gebracht, um ihm zu zeigen, wie sehr man seine Verdienste um die Anstalt anerkenne und seine uneigeunützige Bemühung um die zweckmässige Einrichtung dieses Schulfestes zu schätzen wisse.*)
*) Herr Dr. Deichmann hätte zwar, auch am 31. October 1832 zum ord. Lehrer am Riesigen fast zugleich mit dem gegenwärtigen Director seine Wirksamkeit als ord. Lehrer an war aber schon 1828 durch seine Ernennung zum ord. Lehrer an der königl. han- Lüneburg in die Reihe der ord. Gymnasiallehrer eingctreten,
Gymnasium ernannt, demselben begonnen, noverschen Ritterakademie zu


