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mein Sohn Friedrich ein griechisches, von ihm mit eigener Hand geschriebenes Gedicht“); der Repetent der Marburger Stipendiaten-Anstalt, Herr Dr. O. Hartwig(einst Schüler des hiesigen Gymnasiums von Ostern 1844 bis Ostern 1850), seine Schrift über Henrieus de Langenstein, dictus de Hassia, deren ersten Theil er früher schon dem Herrn Professor Dr. Henke zu Marburg und mir gewidmet hatte. Ferner war der Herr Bürgermeister der hiesigen Stadt, Advocat Schimmelpfeng, mit den meisten Mitgliedern des Stadtraths und dem Vorsteher des Bürger-Ausschusses erschienen, um dem Director eine Urkunde zu überreichen, wodurch„ihm nach einem Beschluss des Stadtraths mit Zustimmung des wohl- löblichen Bürger-Ausschusses das Ehren-Bürgerrecht hies. Stadt ertheiltwurde.“ Jetzt traten im Namen der ehemaligen Schüler des Gymnasiums, besonders derer, welche in den ersten 20 Jahren 1833— 1853 das hiesige Gymnasium besucht hatten, Herr Schulinspector Dr. Röth(Schüler des hiesigen Gymnasiums von Herbst 1830 bis Herbst 1835 und später Practicant am hiesigen Gymnasium von Ostern 1840 bis Herbst 1841), Herr Stadtgerichts- Assessor Vogel(Schüler des hiesigen Gymnasiums von Ostern 1837 bis Herbst 1839) und Herr Ober-Gerichts-Referendar Gleim(Schüler des hiesigen Gymnasiums von Herbst 1845 bis Ostern 1848), alle in Cassel, hervor, um im Auftrag der genannten ehemaligen Schüler drei Geschenke darzubringen: 1) Q. Horatius Flaccus in einer zu Paris in Aedibus Palatinis scientiarum et artium 1799 erschienenen und bei Pierre Didot d. ä. gedruckten Pracht-Ausgabe mit. Kupfern, von der nur 250 Exemplare abgezogen worden sind'*). 2) Reineke Fuchs von Göthe mit Zeichnungen von Wilh. Kaulbach, ebenfalls sehr kunstvoll gebunden. 3) Die Bildsäule des heil. Bonifacius von Henschel, wie sie in Fulda aufgerichtet steht, in einem trefflichen Gypsabdruck. Herr Schulinspector Röth fährte das Wort und machte durch seine ansprechende und herzliche Anrede, worin er die Gefühle der Dankbarkeit und Theilnahme der chemaligen, jetzt zu einem festen Lebensberuf übergegangenen, Schüler des Gymmasiums an diesem Feste schilderte, einen tiefen Eindruck auf alle Anwesende. Ich war fast überwältigt von den Gefühlen, die ein von so vielen Seiten mir entgegenkommendes Wohlwollen in mir erregen musste. Indessen erwiederte ich die Anreden und Gaben der Einzelnen, so gut als ich es ver-
*) Diess griechische Gedicht ist nachher auf mehrfaches Verlangen auch gedruckt worden. Die übrigen überreichten Schriften waren alle, ausser der von Herrn Dir. Sch wartz, schön ausgestattete Druckschriften.
**) Vor dem Titel steht eine von dem Herrn Gymnasiallehrer Dr. Wilhelm Klingender zu Cassel (Schüler des hiesigen Gymnasiums von Ostern 1831 bis Hierbst 1835) im Namen der unterzeichneten Schüler verſasste, bewundernswerth schön geschriebene lateinische Dedication. Dieser folgt das Verzeich- niss der alten Schüler mit Angabe ihres Berufs und Wohnorts. Der Einband ist mit ausgezeichneter Kunst Von dem Hoſbuchbindermeister zu Cassel ausgeführt.


