Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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Urtheile über Posthumius Albinus aus, dessen schon von M. Porcius Cato ironisirte Anmassung er auf das Schärfste mitnimmt, wobei er zugleich alle in gleiche Categorie mit diesem stehenden Historiker tadelt, indem er ihnen das gleiche Schicksal, lächerlich gemacht zu werden wünscht, damit sie sich nicht mehr heraus nähmen, als sich gezieme.

Weniger leidenschaftlich und ganz dem Interesse der Wahrheit dienend ist ferner die Beurtheilung dessen, was seine Vorgänger über den Zug Hannibals über die Alpen berichtet haben(III. 47 und 48). Er weist hier ganz scharf nach, wie jene durch falsche Erdichtungen sich zu falschen Schlüssen hätten fortreissen lassen, zeigt, zu einem wie unbesonnenen unfähigen Feldherrn jene den Hannibal stempelten, indem sie berichteten, er habe sich mit so vielen Truppen, worauf seine ganze Hloffnung beruht, ohne alle Kenntniss der Wege und Gegenden in die Alpen gewagt, und beweist ferner, wie unwissend sie wären, indem sie jene Berge als völlig unübersteiglich schilderten, während doch die an der Rhone wohnenden Gallier nicht lange vorher in grossen Heeresmassen sie überstiegen hätten. Endlich zeigt er, wie IHIannibal nicht unbesonnen, sondern ACS(klug, besonnen, planmässig) vorgeschritten sei und schliesst mit dem Beweise seiner Zuver- lässigkeit in dieser Beziehung und nimmt gerade in diesen Punkten eine um so grössere Glaubwürdigkeit bei seinen Lesern in Anspruch, als er sie von Augenzeugen vernommen und selbst jene Gegenden erforscht und(†ννπσεαας ενκαυ‿α ι ⁴εας) eine Reise über die Alpen unternommen habe. Ebenso sucht er die Wahrheit auch da festzustellen, wo er nicht gerade absichtliche Entstellung derselben, aber Unwissenheit bei einem Historiker erblickt. So beweist er(XII. 17 ff.) ins Einzelne eingehend die Unkenntniss des Calli- sthenes in Betreff der verkehrten Nachrichten, welche er über des Darius und Alexan- ders Heer, Marsch, Heeresstellung und Schlacht in Cilicien mitgetheilt habe und bezeichnet ihn als völlig kritiklosen Geschichtschreiber, der nicht einmal das Mögliche vom Un- möglichen zu scheiden vermöge. Milder ist die Kritik des Polybius(III. 58 sq.), wo er von der Naturbetrachtung als einem zur Geschichte gehörigen Zweig der Wissenschaften spricht und die Nothwendigkeit einer gründlichen Behandlung dieses Zweiges darlegt. Er zeigt in dieser Beziehung, in wie grosse Fehler und Irrthümer noch die meisten der- jenigen Schriftsteller gerathen wären, welche über die äussersten Theile des bekannten Erdkreises geschrieben hätten. Diese müssten im Interesse der Wahrheit berichtigt werden, aber nicht tadelnd, sondern schonend in Beachtung des Umstandes, dass sie vermöge des Erkenntnissstandpunkts ihrer Zeit noch zu keiner besseren Einsicht hätten kommen können. Und so legt er die Schwierigkeiten dar, welche in früherer Zeit der Erforschung der geographischen Verhältnisse und auch bei Ueberwindung derselben

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