Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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der Fall wäre, die Beschränktheit und Enge des Stoffes die Historiker zur Uebertreibung veranlassten, zu einem Fehler, in welchen Andere aus Mangel an Urtheil geriethen.

Auch an der Stelle, wo er die Darstellung der messenischen Verhältnisse und des Verfahrens, welches Philipp gegen dieses Volk eingeschlagen habe, kritisirt und zur Kritik des Theopomp insbesondere übergeht(VIII. 10), kleidete er seine Vorwürfe, wenigsteus so weit er sich gegen keinen bestimmten Historiker wendet, fast ganz in die Darstellung der Grundsätze objectiver Wahrheit. Er wirft den Geschichtschreibern Philipps vor, dass sie die messenischen Verhältnisse theils unbeachtet gelassen, theils aus Schmeichelei gegen oder Furcht vor dem Monarchen den Freveln Philipps gegen die Messenier sogar Lob gespendet und auch in andern Punkten so verfahren wären, also dass ihre Schriften nicht sowohl den Charakter von Geschichtswerken, als den von Lobreden hätten. Hieran knüpft er dann den allgemeinen Satz, dass man die Monarchen nicht ungerecht schmähen, aber auch ihnen nicht lobhudeln, auch in keine Widersprüche verfallen dürfe, sondern möglichst treue Charakterzeichnung liefern müsse. Polybius ist dabei so billig, dass er die hierbei obwaltenden Schwierigkeiten anerkennt, da die Mannigfaltigkeit der Lagen und Verhältuisse, welchen sich die Menschen anbequemen mässten, die manchmal freimüthige Aeusserungen erschwerten, oder gar unmöglich machten, zu berücksichtigen wären, in Anbetracht welches Umstandes Einige Nachsicht verdienten, Andere dagegen nicht. Diese Nachsicht will er aber dem Theopomp nicht zugestehen, und allerdings wird er von da an, wo er diesen flistoriker kritisirt, wieder etwas zu leidenschaftlich und sogar ungerecht. In einer mehrere Capitel um- fassenden Auseinandersetzung tadelt er besonders die Inconsequenz und Ungereimtheit desselben auf das Schärfste. Aus dem Umstande, dass derselbe zuerst die Bedeutsam- keit Philipps hervorgehoben, die ihn veranlasst, seine Geschichte zu schreiben, hierauf aber in der weiteren Darstellung denselben als lasterhaft dargestellt habe, zieht er den Schluss, dass Theopomp entweder im Anfang ein Lügner und Schmeichler, oder in der weiteren Erzählung völlig unverständig und kindiisch sei, ein Vorwurf, der gerade von Seiten des Polybius um so ungerechter erscheint, als er sich selbst an mehreren Stellen gegen den Anschein von Inconsequenz verwahrt und die Nothwendigkeit zeigt, denselben Mann manchmal zu loben und zu tadeln. Auch der andere Angriff auf die ganze Anlage des Theopompischen Werkes erscheint etwas anmassend. Wie sehr überhaupt Polybius gegen Theopomp eingenommen war, geht auch aus XVI. 12 hervor, wo er ihn wegen Erzäühlung einer Mythe tadelt, ebenfalls ohne daran zu denken, dass er selbst öfters in einen gleichen Fehler verfallen ist. Eine gleiche Bitterkeit spricht sich(XI. 6) in dem