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die Sicherheit des Ueberlieferten gewälilt hat, so hat er auch diesen Grundsatz, nichts, von dessen Wahrheit er nicht überzeugt war, au berichten, durch sein ganzes Werk festgehalten, worüber wir unten ausfährlicher handeln werden.—
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IV. Wahrheitsliebe und Kritik des Polybius.
Ueber die Glaubwürdigkeit des Polybius sind bekanntlich die verschiedensten Urtheile gefällt worden. Während die einen aus dem Charakter des Mannes und dem Zweck des Werks die Nothwendigkeit einer ungetrübten Wahrheit zu erweisen suchen und mit der grössten Wärme den Polybius in dieser Beziehung in Schutz nehmen, greifen die andern seine Glaubwürdigkeit an und suchen gerade in der Persönlichkeit und der politischen Stellung des Geschichtschreibers Grund, an der völligen Wahrheit desselben zu zweifeln und rathen, das Werk eines Mannes, der vielfach in das Inter- esse der Scipionen und des römischen Staates verflochten war und eine eigenthümlich schwankende Stellung zwischen Rom und seinem Vaterlande einnahm, mit möglichster Vorsicht zu gebrauchen.— Casaubonus z. B. in seiner Vorrede spendet der Wahrheits- liebe des Polybius das ungemessenste Lob, Schöll und Merlecker halten es geradezu für unmöglich, dass Polybius etwas anderes, als die reine Wahrheit geschrieben habe, und ebenso erkennt Lindemann p. 15 vollkommen die Wahrheit des Polybius an. Da- gegen stimmen Reiske und Schömann in dem Urtheil überein, dass es dem Polybius so gut wie unmöglich gewesen sei, reine Wahrheit zu berichten. Vergl. Brandstäter p. 6 und 7. Brandstäter hat es versucht, ohne Vorurtheil die Berichte des Polybius selbst zu prüfen, freilich aber nur in Bezug auf das Verhältniss, in welchem Polybius zu den Achäern und Aratus, sowie zu den Römern stand, und beweisst in Betreff des ersteren dieser Verhältnisse, dass in Polybius die Idee eines gemeinsamen griechischen Vaterlandes in dem partiellen Patriotismus für Arcadien und den achäischen Bund untergegangen war, und dass er für die Schattenseiten der Achäer und ihres Bundes kein offenes Auge gehabt, erkennt aber in Betreff des andern an, dass Polybius mit sehr geringen Aus-


