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fassung, die vielen Stellen über den römischen Charakter u. s. w. zeigen. Auf der andern Seite hat Polybius allerdings auch oft diese Grundidee aus den Augen verloren und mehr seine practischen Zwecke vor sich gehabt, woher es kommt, dass sein Werk in vielen Stellen mit einer Masse solchen Stoffes angefüllt ist, welcher streng genommen nicht zur Geschichte gehört, oder doch gewiss keine so ausführliche Be- handlung verdient. Das gilt z. B. von den vielen geographischen Erörterungen, denen er offenbar zu viel Bedeutsamkeit beilegt. Es wird Niemand den engen Zusammenhang zwischen der geschichtlichen und geographischen Wissenschaft verkennen, und nament- lich musste im Alterthum bei den so wenig ausgebildeten geographischen Begriffen der Zeit ein Geschichtschreiber gewiss viel Rücksicht auf die Geographie nehmen. Polybius hat aber darin das richtige Maas überschritten, wenn er(III. 36 ff.) von der Eintheilung der Erde, von den Ilimmelsgegenden, der Welttheilung an ausholt, um die Lage Spaniens zu zeigen, wenn er den an dieser Stelle so ausführlich erörterten Grundsatz der Noth- wendigkeit klarer geographischer Begriffe allzuhäufig wiederholt(III. 57, IV. 38, V. 21), an vielen Stellen allzu genaue geographische Beschreibungen uad Hypothesen, wie in Betreff des Pontus Euxinus, des Euphrat(IX. 44), des Oxus(X 48) einflicht und an anderen Stellen sogar das Uebergehen geographischer Bemerkungen, die der Leser etwa erwartet hätte, entschuldigt(III. 57), ferner von selbst angestellten Localunter- suchungen viel Aufhebens macht und endlich noch ein besonderes Buch, woraus noch bei Strabo Bruchstücke vorhanden sind, diesem Stoffe widmet. Dazu kommt, dass, wenn auch Polybius für einen tüchtigen Geographen galt, er, wie Strabo nachweisst, doch durchaus nicht frei von manchen geographischen Irrthümern war.— Derselbe Vorwurf einer masslosen Ausführlichkeit trifft ihn in Rücksicht der vielen Notizen über Strategik, die wohl in ein besonderes Werk über diese Wissenschaft, aber nicht in diese pe a- reiz gehörten, eine Ausführlichkeit, die nur in der allbekannten Vorliebe des Polybius für diesen Gegenstand ihre Entschuldigung finden kann. Aber auch in Betreff des eigentlich geschichtlichen Stoffes selbst ist Polybius oft über die unbedeutendsten Ereig- nisse, die kaum eine Aufzeichnunz verdienen, in eine unverzeihliche Breite und damit in denselben Fehler verfallen, den er häufig früheren Geschichtschreibern vorwirft. Brandstäter(p. 23) nennt es nicht unpassend eine Anecdotenkrämerei und führt eine Reihe dieses Urtheil begründender Stellen an, zu welchen sich noch manche hinzu- fügen liessen.
Gerade dieser Fehler wird aber um so auffallender, wenn Polybius an anderen. Stellen sich wieder sehr ängstlich in Betreff der Wahl des Stoffes zeigt, wie X. 27, wo


