Grausamkeit und Treulosigkeit überhaupt nichts Erzählenswerthes aufzuweisen; desshalb habe er geglaubt, seine Darstellung werde an Ebenheit und Klarheit gewinnen, wenn er nicht alle minutiösen Einzelnheiten den Jahren nach erzähle, sondern den Charakter des ganzen Krieges gleichsam in einem Rahmen zusammenfasse.
Auch im Uebrigen spricht sich Polybius noch an vielen Stellen über die Anordnung des historischen Stoffes aus, wie II. 40, wo er Aratus, Philopömen und Lykortas in ihrer Stellung zu einander betrachtet und dann den Weg angiebt, welchen er in Er- zählung ihrer Thaten festzuhalten gedenke, und zugleich den Anfangspunkt, von welchem er in der Darlegung der achäischen Bundesverhältnisse ausgehen will, als einen zum leichteren Verständniss für seine Leser gewählten rechtfertigt.— Vor allen aber hebt er den Grundsatz hervor, die Darstellung nicht zu zerreissen und zu zer- splittern. Vergl. III 57. Dass er diesen Grundsatz, freilich nicht ganz streng befolgt und gerade dem, was er an der eben erwähnten Stelle erwähnt, nämlich dem Uebergehen von mancherlei unnöthig scheinenden Bemerkungen, die etwa der Leser erwartet hätte, viel- fach entgegenhandelt, wird sich aus den unten folgenden Bemerkungen über die Wahl des Stoffes ergeben. Er hat das selbst recht wohl gefühlt und äussert sich darüber im letzten Theil seines Werks(XXXIX. 1 a). Indem er hier wieder weitläufig von der Anordnung seines Stoffes redet, verkennt er nicht, dass manche sein Werk angreifen und seine Darstellung für zerrissen erklären würden. Dena nachdem er angefangen habe, die Belagerung von Carthago zu schildern, wende er sich zu den macedonischen, syrischen und anderen Angelegenheiten, während die HeοsQπηνρκν den Zusammenhang suchten und das Ende eines Themas zu hören verlangten. Die Widerlegung dieses Einwurfs, die nun Polybius versucht, muss uns allerdings etwas weit hergeholt dünken, indem er aus der Natur selbst, welche in jedem Sinne nach Abwechselung strebe und derselben Erscheinung immer erst nach einem gewissen Zwischenraum zu begegnen wünsche, die Unterbrechung in der Darstellung einer historischen Entwickluug zu recht- fertigen sucht. Und er lässt auch streng genommen diesen Grund nicht einmal vor sich selbst ganz gelten und erkennt die Nothwendigkeit an, die Nachtheile dieser Zersplitte- rung durch rechte Wiederanknüfung des abgebrochenen Fadens wieder gut zu machen. Denn indem er weiter sagt, dass die or⁴ανυνααάραοα der alten Geschichtschreiber, um dem Bedürfnisse der Abwechselung zu genügeu, ihre Darstellung durch theils mythische, theils pragmatische Abschweife unterbrochen hätten, scheidet er doch seine Zersplitte- rung als rerννερένο von der jener, die er drτeπταα nennt, und zeigt, während er es ihnen zum Vorwurf macht, dass sie den Faden der Erzählung nicht wieder richtig anknüpften,
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