Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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position selbst festgestellten Grenzen betrifft, so spricht Polybius darüber zwei Grund- sätze aus: 1) dass der Leser eine möglichst genaue Kenntniss der Zeit, in welche die Thatsachen selbst ihren einzelnen Theilen nach fallen, erlange, weshalb er die Begeben- heiten nach Olympiaden und Jahren erzäühlt und für nothwendig erklärt, am Anfang und Ende einer jeden Begebenheit anzugeben, zu welchem Jahre der betreffenden Olym- piade sie gehöre. 2) Dass zur Klarheit des Verständnisses die Begebenheiten nicht untereinandergeworfen, sondern, soweit thunlich, gesondert und geschieden würden. Doch genügt diese, zwar der Klarheit dienende, aber doch etwas äusserliche Anordnung der Begebenheiten der Zeitfolge nach dem Polybius nicht. Seine pragmatischen Zwecke, die namentlich den Zusammenhang der Ereigunisse zeigen wollen, verlangen noch die Festhaltung eines anderen Princips, nämlich des synchronistischen. Das Auge des Lesers soll nicht nur auf einen Schauplatz blicken, sondern wechselnd überall weilen, wo geschichtliche Entwicklung vor sich geht, und den Zusammenhang erkennen. Diese Rücksicht auf die Gleichzeitigkeit der Ereignisse hat Polybias schon bei der Angabe des Anfangspunktes im Auge und hält sie überall durch sein ganzes Werk hin fest, wo die Begebenheiten wirklich ineinandergreifen. Vergleiche II. 71, wo er das Eigenthümliche des gleich- zeitigen Regierungswechsels in Macedonien, Syrien und Aegypten hervorhebt. Aus- führlich legt Polybius seinen Grundsatz hierüber dar IV. 28, wo er den bis dahin bei der Anordnung der Ereignisse eingeschlagenen Weg bespricht und es rechtfertigt, dass er bisher nicht synchronistisch verfahren habe, da die ersten Schritte Hannibals mit den Vorgängen in Griechenland in keinem Zusammenhang gestanden, und überhaupt die Kriege in Italien, Griechenland und Asien verschiedene Ursachen gehabt hätten, aber von dem Zeitpunkte an, wo die Begebenheiten in Zusammenhang und Wechselwirkung träten, also Olympiade CXL. 3 an sie auch synchronistisch darstellen werde. Diesen Grund- satz befolgt nun Polybius streng, wie er denn gar hänfig auf die Wichtigkeit der Be- achtung der gleichzeitigen Ereignisse aufmerksam macht. Vergl. IV. 37, wo er die mit dem Amtsantritte des jüngeren Aratus zusammenfallenden Anfänge aller Kriege hervor- hebt; IV. 66, wo er an eine Reihe mit der Rückkehr Philipps nach Macedonien gleich- zeitiger Ereignisse erinnert; ferner V. 1, V. 29, V. 108 fine und V. 109. Zuweilen hebt er die Gleichzeitigkeit der Ereignisse aus dem Grunde hervor, um zu zeigen, dass ein Ereigniss auf andere noch keine Wirkung äussern konnte, weil man noch keine Nach- richt davon hatte, wie V. 101, wo dargelegt wird, dass zu der Zeit, als Philipp Theben belagerte, die Kunde von der Niederlage der Römer in Tyrrhenien noch nicht zu den Griechen gedrungen war, dass mithin Philipp noch nicht im Hinblick auf Italien handeln

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