frische Entwicklung zu politischem Zusammenhange und erfreulicher Eintracht einge- treten sei.— 3 Auf dieselbe Frage kommt er(II. 42) zurück, wo er nochmals sein Zurückgreifen in der Darstellung der achäischen Geschichte rechtfertigt und zu dem einen Grunde, nemlich damit zu zeigen, wie die Grundlagen des gegenwärtigen Zustandes gelegt wor- den seien, noch einen zweiten hinzufügt, nemlich seine Behauptung durch Vorführung der Thatsachen selbst Glauben gewinnen zu lassen. Die nun folgende Verherrlichung der achäischen Geschichte mag uns ein Zeugniss von der Vorliebe des Polybius für dieses Volk geben. Den universalgeschichtlichen Charakter seines Werks hebt Polybius noch an anderen Stellen wiederum den Werken früherer Geschichtschreiber gegenüber und zwar etwas allzu lobrednerisch hervor. Man vergleiche V. 31, 32 und besonders 33, wo er allerdings selbst etwas anmassend die Anmassung der meisten seiner Vorgänger, mit Ausnahme des Ephorus, und Zeitgenossen, womit sie ihre Werke für Universal- geschichten ausgäben, abkanzelt und zeigt, wie wenig alle dieselben diesen so schwie- rigen Begriff gefasst hätten.— Es ist dies eine Seite der schon vielfach gerügten Eitelkeit unseres Polybius, vermöge der er manchmal bis zum Ekel der Leser allzum viel Aufhebens von seinem Werke macht. Diese Eitelkeit, dieses allzusehr hervor- tretende Selbstbewusstsein, diese Wichtigthuerei mit manchen Principien, deren Wieder- holung oft in ein für den Leser lästiges Geschwätz ausartet, und die wir gewiss keinem unserer Zeitgenossen verzeihen würden, wird selbst dem grössten Bewunderer des Polybius nicht entgehen— Auch VIII. 4 rechtfertigt er die Nothwendigkeit der universal- historischen Betrachtungsweise aus dem Gesichtspunkte, dass man aus Specialgeschichten keine richtige klare Anschauung der Thatsachen gewinnen könne, was er dann insbe- sondere in Rücksicht auf die Geschichte des zweiten punischen Kriegs zu erweisen sucht.— Aus dem Umfang aber, den sein Werk als Universalgeschichte habe, erklärt Polybius selbst(V. 31 u. 32) die Nothwendigkeit einer Disposition und eines wohl- durchdachten klar vorliegenden Planes, wie er denn hier allgemein den Satz aus- spricht, dass es unmöglich sei, irgend etwas zπν zu beginnen, wenn man nicht zugleich den Abschluss des Planes im Geiste umfasse, wie auch der gehörige Ab- schluss durch den Rückblick auf den Anfang bedingt sei. Und wie dieser Plan in allen seinen Theilen scharf âbgegränzt dem Geschichtschreiber vom Beginne seines Werkes an klar vor der Seele stand, so strebt er danach, denselben auch beständig seinen Lesern klar vorzuhalten. Es ist aber die Angabe des ganzen Planes um so werthvoller für uns, da wir uns bei der lückenhaften Ueberlieferung des Werkes vom
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Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
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