Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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sucht oder jugendlichem Leichtsinn, oder aus Geringschätzung des Feindes in oben- erwähnte Fehler verfielen. Natürlich soll aber die Vorsicht nicht zur Feigheit wer- den, indem ein Feldherr sich ebensowenig durch unwürdige Liebe zum Leben mit Schmach und Schimpf bedecken, als unvorsichtig eine Schlacht wagen und die ihm Anvertrauten leichtsinnig ins Verderben stürzen dürfe. Vergl. XI. 2.

Zuweilen macht Polybius, ohne sich grade dabei auf allgemeinere Lehren einzu- lassen, auf einen bestimmten strategischen Missgriff aufmerksam und zeigt, wie der- selbe hätte vermieden werden können(IV. 11), oder auch auf besonders gefahrvolle Lagen, die ein Prüfstein für Feldherrntüchtigkeit waren(X. 41).

Ueber andere Ansprüche, welche an einem tüchtigen Feldherrn zu machen seien, spricht, Polybius III. SI, wo er es als grössten Vorzug eines solchen bezeichnet, dass er die Natur und das Wesen seines Gegners kennen lerne und namentlich die Fehler und Blössen desselben zu erforschen und zu benutzen verstehe. Indem er dieselben classificirt, setzt er auseinander, wie sie dem Feinde zu Gute kommen und dem eigenen Heere zum Nachtheil gereichen müssten. Demselben Gedanken begegnen wir auch XI. 41, wo Polybius an das Beispiel des Machanidas und Philopömen anknüpfend zeigt, wieviel von der Tüchtigkeit eines Feldherrn abhänge, namentlich wenn es sich darum handle, nach dem Misslingen der ersten Pläne die richtige Fassung zu behalten und strategische Missgriffe glücklicher Gegner zum eigenen Vortheile zu benutzen. Ferner verlangt er, dass ein Feldherr vor Allem den richtigen Platz in der Schlacht einnehme (. 22), wobei es nicht darauf ankomme, dass er von Allen gesehen werde, sondern dass er selbst Alle überblicke, also bald vornen, bald hinten, bald in der Mitte sei, in welcher Beziehung er den Scipio als Muster bezeichnet, dessen Heer einem in den ein- zelnen Theilen wohl construirten und gehörig zusammengefügten Gebäude vergleichbar sei. Wie Polybius an den bisher behandelten Stellen die Grundeigenschaften eines Feldherrn beleuchtet, so giebt er hier und da denselben noch einige practische Winke, wie(X. 17) über die gleichmässige Vertheilung der Beute unter Alle nach einer erober- ten Stadt; ferner(XI. 25) über die Behandlung der Soldaten zur Verhütung von Auf- ständen unter denselben, wobei er die Schwierigkeiten, welche die Heilung solcher Krankheit im Staate und Heere darböte, anerkennt und als Hauptmittel angiebt, dass man die Soldaten in beständiger Thätigkeit erhalte; ausserdem über die Politik eines Feldherrn im fremden Lande(III. 70), die dahin zielen müsse, die Hoffnungen der Bun- desgenossen stets neu zu beleben. Ebenso belehrt er sie über die Beschaffenheit, welche ein Ort zum Legen eines Hinterhalts haben müsse(IHI. 71), und endlich macht