Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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regeln ergriffen würden, namentlich durch Unwissenheit und Sorglosigkeit der Feld- herrn. Er verkennt es nicht, dass allerdings viel im Kriege von Zufälligkeiten abhänge; aber um so mehr müsse man einen N6ν 00d6y festhalten und nach einem gewissen Plane(axτ εᷣνν) handeln. Und nun führt er die einzelnen Momente an, deren Vernachlässigung meistens die Erfolge vereitele, z. B. das Geheimhulten der Pläne, Kenntniss der Wege und Entfernungen, Veränderungen des Hlimmels, Beachtung des Ortes, der Zeichen und Parole, genaue Kenntniss der Zeit u. s. w. Hierauf nennt er den Ulysses als Muster eines erfahrenen Feldherrn, legt nochmals die Beachtung der von ihm angegebenen Punkte dem Leser nahe und führt in den folgenden Capiteln eine Reihe strategischer Fehler Seitens mehrerer Feldherrn an, aus denen sich namentlich beweise, wie nothwendig für den Feldherrn Kenntniss der Geometrie sei. Endlich ver- weist er noch auf seine urouvfbara epi ras räseis und rechtfertigt diese lange Abschwei- fung von der eigentlichen Geschichtsdarstellung.

Besonders ist es aber der Mange an Vorsicht, den Polybius an vielen Stellen tadelt und in seinen nachtheiligen Folgen schildert. So V. 98. Er knüpft hier an die Schil- derung des misslungenen Versuchs gegen die Stadt Melitäa an und tadelt diejenigen Feldherrn scharf, welche zur Einnahme einer Stadt schritten, ohne vorher die Abhänge und Mauern, über welche sie eiadringen wollen, gemessen zu haben, oder welche die Anfertigung der Leitern und Werkzeuge, von denen die Entscheidung abhinge, unfähigen Leuten überliessen. Hierauf schildert er weitläufig die nachtheiligen Folgen solcher Unvorsichtigkeit, indem durch die eintretende Nothwendigkeit, sich nach misslungenem Versuche mit Verlusten zurückzuziehen, Selbstvertrauen schwinde und zwar nicht nur bei denjenigen, welche den Verlust erlitten, sondern sogar bei denen, welche nur davon hörten. Schliesslich giebt er noch Anleitung zur Verfertigung der Belagerungswerk- zeuge. Ebenso zeigt er(III. 105) an dem Beispiele des Minutius den Vorzug der Be- sonnenheit und Ueberlegung vor Tollkühnheit und leerer Rubmsucht, und(I. 84) die Vorzüge gebildeter Tactik vor der Kühnheit. Namentlich aber verlangt er diese Vor- sicht für die Person des Feldherrn selbst. Vergl. X. 32. Hier führt er von dem Bei- spiele des Marcellus ausgehend den Gedanken aus, dass sich ein Feldherr vor Allen schonen müsse. Denn wenn auch das ganze Heer zu Grunde gehe, so sei es doch oft viel werth, wenn wenigstens der Feldherr gerettet werde, indem das Schicksal mannig- fache Gelegenheit gäbe, geschehene Fehler wieder gut zu machen, und andrerseits selbst ein Sieg wenig nütze, wenn der Feldherr gefallen sei. Diese Mahnung richtet er, wie

er am Schlusse bemerkt, hauptsächlich an solche Feldherrn, welche aus eitler Ruhm- 4*