Aufsatz 
Untersuchungen über das Geschichtswerk des Polybius / ... Spangenberg
Entstehung
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XV. 36, wo Polybius aus dem Gesichtspunkte dieses Zweckes die unnöthige weitläufige Behandlung solchen Stoffes, der diesen Zweck nicht erziele, rügt; und damit meint er das, was gegen die Gesetze des*6«α geschähe. Es sei genug, solcherlei einmal zu hören und zu sehen, um eben daraus zu lernen, dass auch das geschehen könne, was man nicht für möglich gebalten habe: aber solcherlei weitläufig zu behandeln, zieme mehr der Tragödie, als der Geschichte. Jedoch findet er in dem beschränkten Blicke der Menschen eine Eutschuldigung dafür, wenn sie das, was sie selbst erlebt oder von Andern gehört und worauf sie eben einmal besondere Aufmerksamkeit gerichtet hätten, für das Wichtigste und Wunderbarste von Allem, was überhaupt geschehen sei, hielten, und darüber unnöthig breit würden.

Die sorgfältige Beachtung und Erkenntniss des N„o*, der sich in den Plänen er politisch bedeutenden Personen kund gäbe, oder des zxbπνιηαν, das darin vernachlässigt sei, um daraus für analoge Fälle Rath zu ziehen, hebt Polybius XXX. 6. hervor.— „Und in concreter Weise stellt er(XXX. 9) dem Leser die bestimmten Beispiele des Polyaratus und Dinon zur Abschreckung vor Augen, damit er in ähnlicher Lage sich besser berathe, als diese beiden.—

Der Zweck der aus der Geschichte zu sammelnden Erfahrung wird nun an vielen Stellen von Polybius näher als iεανν⁶οσισ oOqDder S⁶ενοοσ des menschlichen Lebens ge- fasst. Es ist dies einer von den dem Polybius eigenen fast stehend gewordenen Lieb- lingsausdrücken, und da er sich bei ihm in mannigfachen Bedeutungen abschichtet, schwer zu übersetzen. Polybius selbst erklärt das Wort durch u2XSG15 οεα 6 μαꝙτι Es scheint somit an manchen Stellen, als beziehe sich das Wort hauptsächlich auf sittliche Ver- edlung des Menschen, insoweit sie durch das Studium der Geschichte erzielt werde. Im Grunde jedoch meint Polybius hauptsächlich damit die auf Erfahrung aus der Geschichte sich gründende richtige Lebensanschauung und das daraus hervorgehende richtige Handeln. Hiervon ist freilich das sittliche Moment nicht ganz zu trennen, da, wie viele Polybianische Stellen zeigen, das richtig Gedachte auch das sittlich Gute ist, und z. B. dem TAρανσν da „oy entgegengestellt ist. Deutlich ergiebt sich dies aus der am ausführlichsten hiervon handelnden Stelle I. 35. Er bezeichnet hier die vorher erzählte Gefangennehmung des Regulu- als einen für die srzvοεᷣεοωασ des menschlichen Lebens besonders geeigneten Stoff, da sie klarer, als andere Ereignisse zeige, dass man der xoο* nicht trauen und in der Zeit des Glücks nicht hart und unbarmherzig sein dürfe.— Wenn er nun weiter sagt, dass es eine doppelte Weise der Heτνιατεσαν επω sνꝓνnv gäbe, die durch eigene Unglücksfälle und die durch fremde, und weiterhin, wenn er auch die erstere Art für die wirksamere hält, doch